1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Ratio-Athleten im Mittelpunkt

  6. >

Archiv

Ratio-Athleten im Mittelpunkt

Marianne Jones

Münster. Da läuft Großes ab: Die Leichtathletik in Münster – jahrelang nicht gerade ein Publikumsmagnet – nimmt einen neuen Anlauf und kann im wörtlichen Sinn weit vorankommen. Am 1. Juni begrüßt die Leichtathletikgemeinschaft beim Ratio-Sportfest nicht allein Athleten der insgesamt zehn Mitgliedsvereine, sowie viele Sportler aus der Region. Seit Jahren haben es die Verantwortlichen erstmals wieder geschafft, national bedeutsame Wettkämpfe hierher zu holen.

Mit der Olympia-Qualifikation im Dreisprung (Männer) findet der zweite von insgesamt sechs Nominierungsswettkämpfen für die Spiele in Peking in Münster statt. Folgerichtig, denn zum einen ist die Disziplin-Bundestrainerin Elke Bartschat zugleich Honorartrainerin (Stützpunkt) bei der LG Ratio. Zum anderen machte sich der Bundeskader Horizontalsprung bei Lehrgängen ein Bild vom Gastgeber. Darüber hinaus werden am 1. Juni auch die Qualifikationswettkämpfe im Weitsprung für die Weltmeisterschaft in Polen der männlichen und weiblichen Jugend A in Münster ausgetragen.

Austragungsort dieser hochkarätigen Veranstaltungen ist die Sentruper Höhe. Die wird bis Juni zwar nach umfassender Sanierung noch nicht offiziell eingeweiht. Das Ratio-Sportfest mit den drei Qualifikationswettkämpfen findet dennoch statt. „Die Stadt hat uns großartig unterstützt“, schildert Ratio-Cheftrainer Frank Bartschat das Ergebnis langer Verhandlungen. Ebenso erfreulich für die Gastgeber: Mit Daniel Kohle (Dreisprung, Männer) sowie Carina Schöckel und Marcel Dünnbier im Weitsprung stehen drei Ratio-Athleten mit im Mittelpunkt.

Bis es zum ersten richtigen Saisonhöhepunkt kommt, bereiten sich die Athleten auf den Saisoneinstieg vor: Am 1., 3. und 15. Mai stehen die Eingangssportfeste auf dem Programm – es sind die ersten saisonalen Standortbestimmungen.

Für Carina Schöckel, im zweiten Jahr Jugend B, steht am 24. Mai der erste Qualifitaktionswettkampf für die Junioren-WM in Polen über 100 m Hürden an. Carinas Bestzeit steht bei 13,88 sek., die Norm ist bei 13,80. Und auch Ben Erlei (3000 m Hindernis) wird im Juni in Regensburg und Mannheim die WM-Norm versuchen zu knacken. Gleiches gilt für Jan-Niklas Sielemann (1500m), der im vergangenen Jahr bereits WM-Erfahrung sammeln konnte. Die beiden jeweils zeitschnellsten deutschen Athleten fahren mit nach Bydgoszcz, wo vom 8. bis 13. Juli die U-20-WM stattfinden wird. Nur zwei dürfen mit. „Wenn wir ganz viel Pech haben . . .“ Frank Bartschat weiß, dass mit WM-Nominierungen nicht unbedingt zu rechnen sein wird.

Auf nationaler Ebene werden ebenfalls ehrgeizige Ziele anvisiert. Beim Landesentscheid der Deutschen Jugend-Mannschaftsmeistershaften (DJMM) am 18. Mai ist mindestens Platz acht das Ziel, um zum Bundes-Endkampf zu kommen. Markus Konopatzki und Maximilian Treder wollen sich im Hochsprung für die nationalen Titelkämpfe qualifizieren. Für Stabhochspringer Arne Pasckert gilt das Gleiche, nachdem sich der 18-Jährige von seiner langen Verletzungsmisere erholt hat und nun wieder angreift. Die deutschen Nachwuchsmeisterschaften Anfang Juli in Berlin haben unter anderem die Schülerinnen Tatjana Pinto und Maren Silies (Sprint), sowie die Staffel im Sinn. Insgesamt sollen wölf bis 15 Ratio-Athleten“ (Bartschat) den Sprung dorthin schaffen. „Derzeit sind wir nahezu perfekt aufgestellt. Es gibt keine Grabenkämpfe mehr. Es ist fast ein entspanntes Arbeiten“, freut sich Frank Bartschat auf die Saison.

Startseite