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Regionalligaauftakt für den SCP: Ein Punkt und viele Fragezeichen

Ansgar Griebel

Wuppertal - Mit einem Punkt und vielen Fragezeichen kehrte der SC Preußen Münster Freitagabend von seinem Meisterschaftsstart aus Wuppertal zurück. 6105 Zuschauer lieferten dazu im Stadion am Zoo die passende Kulisse für ein Spitzenspiel - wurden aber um die dazugehörige Leistung der Hauptdarsteller auf dem Rasen betrogen. Nein, das war wahrlich keine Fußballgala, die da nach 90 Minuten mit dem 1:1-Unentschieden abgepfiffen wurde. Und dennoch zogen beide Trainer ein durchaus positives Fazit nach dem Schlusspfiff. Preußen-Coach Marc Fascher hatte ein „rassiges Spiel“ gesehen, Michael Dämgen einen „guten Auftakt“ und beide unisono ein verdientes Remis. Dabei überwog wohl auch die Erleichterung darüber, in diesem Spiel zweier Aufstiegsaspiranten keinen Fehlstart hingelegt zu haben. „Diese nervliche Anspannung beim ersten Spiel ist nicht zu unterschätzen“, hatte Fascher in seiner insgesamt positiven Analyse auch die Psychologie des Augenblicks im Auge.

Dabei demonstrierten die Preußen schon nach neun Minuten, wie einfach guter und erfolgreicher Fußball funktionieren kann. Durch die größenmäßig deutlich überragende Abwehrreihe der Gastgeber schmuggelten sie das Leder konsequent in Bodenhaltung: Julian Loose mit präzisem Flachpass auf Daniel Chitsulo, der leitete das Spielgerät unter dem Radar der Wuppertaler Hünen hindurch zu Güvenisik, der aus kürzester Distanz das flache Spiel auf hohem Niveau vollendete. Nur: Als Anschauungsmaterial taugte dieses frühe Glanzlicht offensichtlich nicht. Nach diesem Treffer war die Preußenherrlichkeit vorbei. Ständig um Position bemüht, konzentrierte man sich fortan im Wesentlichen um die Sicherung des eigenen Tores. Und diese Spielart fiel dann weniger überzeugend aus. Als Wuppertals Björn Weikl nach 48 Minuten den Ausgleich erzielte, war dieser auch schon längst überfällig. Bereits nach 15 Minuten hatte Schiedsrichter Thomas Metzen großzügig von einem durchaus plausiblen Elfmeterpfiff zugunsten der Platzherren abgesehen, kurz vor dem Wechsel erwies er sich bei einem strittigen Wuppertaler Abseitstor erneut als Preußenfreund. In der 48. Minute konnte allerdings auch der Unparteiische in der schwimmenden Preußen-Abwehr nicht mehr als Rettungsschwimmer aushelfen.

„Wir hatten den besseren Start in der ersten Halbzeit, Wuppertal den besseren in der zweiten. Und so war das Ergebnis unterm Strich absolut okay“, bilanzierte Marc Fascher, der aber auch erkennen musste, dass der erste Stresstest der Saison auch Schwächen zutage förderte. Noch griffen nicht alle Zahnräder des neuen Preußengetriebes geschmeidig ineinander, es knirschte zu oft und zu laut. „Wir sind seit sechs Wochen zusammen. Um als Mannschaft zusammenzuwachsen braucht man länger“, hatte Fascher schon vor der Partie betont und gegen einen Gegner, der ebenfalls komplett neu formiert wurde, Recht behalten. Das nagelneue Defensivzentrum mit Viererkette und Doppelsechs bot dem Gegner allzuviele Schlupflöcher, Torhüter Manuel Lenz stand oft im Mittelpunkt.

Zweifellos haben die Preußen noch Luft nach oben, konnten aber, wenn auch noch zu selten, die eigenen Qualitäten unter Beweis stellen. Daniel Chitsulo und Julian Loose zeigten gute Ansätze, litten aber wie auch Mehmet Kara unter der sehr defensiven Grundaufstellung. „Wir wollten tief anfangen“, bestätigte Torschütze Sercan Güvenisik, „aber nicht so lange. Wir können mehr, das müssen wir zeigen.“

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