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Reise in die Vergangenheit

Wilfried Sprenger

Münster. Sport, Kultur und dazu viele Aktionen querbeet: Der „1. Volleyday“ am Berg Fidel verspricht einen bunten Mix. Und er wird zu einer Reise in die Vergangenheit. Im Spiel der „Promis“ am Samstag ab 17.30 Uhr kommt es am Berg Fidel zu einem Wiedersehen mit vielen ehemaligen Spielerinnen. Große Namen sind dabei. Sie stehen für Identifikation, Glanz und Gloria und wunderbare Erinnerungen.

Blicken wir zurück tief in die 90er Jahre. Konkret auf den 16. Februar 1992. Es war ein ganz großer Tag für den USC. Angeführt von Trainer Olaf Kortmann gewann Münster den Europapokal der Pokalsieger. Über 3000 Zuschauer feierten die Mannschaft nach dem 3:2-Sieg über Favorit Perugia. Zwei, die damals und auch später noch Großartiges leisteten, machen auch am Samstag mit: Ulrike Schmidt und Anne-Kathrin Schade.

Schade, inzwischen 40, trug von 1991 bis 2000 den Dress der Domstädter. Sie war Leistungsträgerin und gute Seele der Mannschaft. Und immer da, wenn sie gebraucht wurde. „Es war eine tolle Zeit. Vor allem das Jahr 1996, da haben wir ja alles abgeräumt“, sagt die Linkshänderin und denkt gern zurück. Schade hält sich bei den Seniorinnen des USC und beim Verbandsligisten Telekom Bielefeld fit, beruflich arbeitet sie seit acht Jahren für ein Marktforschungsunternehmen in Osnabrück. Der Einladung von USC-Trainer Axel Büring ist sie gern gefolgt. „Ich freue mich darauf, viele bekannte Gesichter wiederzusehen. Und habe natürlich vor, den einen oder anderen Ball über das Netz zu spielen.“

Schade war ein Publikumsliebling am Berg Fidel. Aber wer was das eigentlich nicht, damals in den goldenen 90er Jahren . . . Natürlich auch Ulrike Schmidt. Wie Schade gewann sie drei Mal den Europapokal mit dem USC und zudem weitere nationale Titel. „Die Zeit in Münster unvergesslich. Dort bin ich ja schließlich zu einer guten Volleyballerin gereift“, sagt sie. Was ein bisschen untertrieben ist. Obschon sie kein Gardemaß besaß, war Schmidt eine der Besten in Deutschland während ihrer Zeit als Leistungssportlerin. Als Beachvolleyball-Landestrainerin im Westdeutschen Volleyball-Verband gibt die 39-Jährige heute ihre Erfahrungen an viele Talente weiter.

Danja Müsch kam etwas später zum USC. Aber auch sie genoss den Lebensabschnitt in Münster. Zum Beispiel nach dem Europapokaltriumph der Unabhängigen über den italienischen Spitzenclub Agrigento im März 2004. Dem erfolgreichen Sieger gehörten auch Maike Friedrichsen und Tonya Williams an. Beide sind schwanger und am Samstag nur Zuschauer. Müsch, die aktuell in Köln lebt, Mutter einer Tochter (Lucy) ist und beim Sportsender „sportdigital.tv“ als Redakteurin arbeitet, wird spielen „Obwohl ich eigentlich eine aktive Ruhephase habe“, wie die 37-Jährige mit einem Schmunzeln erklärt.

Noch voll am Ball ist Judith Sylvester, die nach Heirat nun Siebert heißt und viel Zeit mit Tochter Sina (bald drei) verbringt. Beim Zweitligisten TuS Iserlohn bringt die 30-Jährige schon in der dritten Saison ihre Volleyball-Qualitäten ein. In Münster glänzte „Sille“ 1997 als Deutsche Meisterin und drei später als Pokalsiegerin.

Schon zweifache Mutter (Robert/5, Richard/2) ist Gudula Krause (früher Staub). Wie Schmidt und Schade hatte die 39-Jährige am Triple des USC im Jahr 1996 entscheidenden Anteil. Die 180fache Nationalspielerin, in ihrer Blütezeit ob ihres brillanten Aufschlags gefürchtet, verbindet mit Münster „viele schöne Erinnerungen“. Mit Blick auf Samstag freut sie sich vor allem auf das Wiedersehen mit Schade und Schmidt sowie den Fans.

Zum „Promi“-Team, das beim Volleyball-Spektakel am Samstag auf eine Männer-Mannschaft um USC-Coach Axel Büring trifft, zählen zu dem die großen Zuspielerinnen Eva Stepancikova und Tanja Hart, Johanna Thewes (früher Reinink), Ester Schulz (Volicerova) sowie die Beachvolleyball-Asse Rieke Brink-Abeler und Hella Jurich. Gecoacht wird die Mannschaft von Siegfried Köhler. Auch der kennt sich aus. Schließlich war er früher Bundestrainer und vor seiner Pensionierung viele Jahre Sportdirektor des Deutschen Volleyball-Verbandes.

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