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Mit dem Herzen dabei

Reiterverein als zweites Zuhause

Isabel Niesmann

Everswinkel - Repräsentieren, das ist nicht sein Ding. Lieber macht er sich im Hintergrund nützlich. Andre Horstmann ist zwar auch stellvertretender Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins Alverskirchen-Everswinkel, viel lieber aber betätigt er sich als „Mann für alle Fälle“, ist immer da, wenn er gebraucht wird. Bei ihm stellt sich nicht die Frage, was er im Verein macht, sondern eher, was er dort nicht macht.

Sein Handy steht selten still. „Andre, kannst Du das reparieren? Kannst Du mal eben kommen? Hier ist was kaputt!“, solche „Hilferufe“ gibts öfter mal. „Ich mach das gerne, es muss doch alles funktionieren“, lautet seine Devise. Ob es um Pflasterarbeiten, Wartungsarbeiten am Gebäude, Zäune reparieren oder Pfähle auswechseln geht: Hat jemand aus dem Verein ein Problem, ruft er Andre Horstmann an. Auch als im vergangenen Winter die Wasserleitungen nach dem starken Frost erneuert werden mussten, war sein handwerkliches Geschick gefragt. Sogar als Ersatz-Reitlehrer springt er ein, wenn aus irgendeinem Grund der Reitunterricht ausfallen muss. Er gilt seit Jahren als gute Seele und Macher des Reitervereins. Unter anderem hat er den Bau der großen Reithalle und des Aufenthaltsraums, die Modernisierung der kleinen Reithalle, den Bau des auch hohen Anforderungen entsprechenden Reitplatzes und die Umstellung auf Solarstrom als treibende Kraft geplant, koordiniert und verwirklicht - alles ehrenamtlich, versteht sich.

„Zwei Hallen, 18 Pferdeboxen, Spring- und Reitplätze und jetzt noch die neue Photovoltaikanlage auf dem Dach, da gibt es immer genug zu tun“, erzählt der begeisterte Pferdenarr. Dass der Reiterverein sein zweites Zuhause ist, kann auch seine Frau Daniela nur bestätigen, gehören doch neben diesen Arbeiten auch noch die Teilnahme an den regelmäßigen Vorstandssitzungen und die Vorbereitung von Turnieren zu seinen umfangreichen Aufgaben. Bedenken, dass die Familie dabei manchmal zu kurz kommt, hat er schon ab und zu. Doch die räumt seine Ehefrau sofort aus: „Die Familie steht voll dahinter, wohl auch deswegen, weil wir uns alle für den Pferdesport begeistern“. Auch die Töchter Johanna und Lina reiten und voltigieren für ihr Leben gern.

Zum Pferdesport kam Horstmann erst im Alter von 13 Jahren, als er wegen einer Verletzung seine Fußballeraktivitäten beenden musste. Da sein verstorbener Vater ebenfalls im Verein sehr engagiert war, sei da „so hineingewachsen“. Bereits 18 Jahre engagiert er sich hier aktiv, 15 Jahre davon im Vorstand.

„Die Anlage ist sehr schön, und zählt zu den besten im Kreis Warendorf. Ich möchte, dass sie so bleibt, wie sie ist“ erzählt Horstmann, der sonst noch einer Vollzeit-Berufstätigkeit nachgeht. Als Metallbaumeister arbeitet der Telgter im Anlagenbau. Vor seiner Ausbildung absolvierte er bereits eine Ausbildung zum Pferdewirt mit dem Schwerpunkt Zucht und Haltung beim Landgestüt Warendorf. So ist auch immer wieder sein Sachverstand gefragt, wenn es um Verletzungen und Krankheiten bei den Pferden geht.

Neben den eigenen Reitpferden der Familie, die am Reitplatz stehen und jeden Tag versorgt werden müssen, hat das Pony der beiden Kinder namens „Daggy“ bei Familie Horstmann in Telgte sein Zuhause. „Ganz ohne Pferde geht es auch hier nicht. Es ist wie ein Virus, das dich nicht mehr loslässt“ weiß Pferdefreund Horstmann, gesteht aber auch: „Manchmal artet das Ehrenamt in Stress aus, aber es ist in Ordnung, es macht ja auch Spaß!“

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