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Filmrezensionen

„Revanche“: Brillantes Thrillerdrama

Gian-Philip Andreas

Man kennt das aus dem austrischen Kino: Österreich ist schmierig, die Städte voller Animierbars und Zuhälter. Aus diesem Klischee aber schält sich in „Revanche“ ein wendungsreiches und wundersames Charakterdrama heraus. Zwei Männer stehen im Mittelpunkt.

Da ist erstens Alex, der in einem Bordell das Mädchen für alles spielen muss. Er liebt Tamara, die Lieblingshure seines Chefs (eine wahre

Entdeckung: Irina Potapenko aus „Prinzessin“). Mit ihr will er ein neues Leben beginnen, zur Not auch mit Hilfe eines Bankraubs in der Provinz. Doch das Schicksal will es anders - es will eine Tragödie.

Hier kommt der zweite Mann ins Spiel: Robert, ein Polizist. Nach der zentralen Katastrophe dieses Films gilt er bei den Kollegen als Versager. An seine Frau Susanne macht sich jetzt, als Revanche, Alex heran. Wie sich die beiden Geschichten nach dem Wechsel von der Stadt in die ruhige Stille einer Wald- und Wiesen-Landschaft allmählich aufeinander zu bewegen, wie alles auf jenen großen Knall hinausläuft, den es dann gar nicht mehr braucht, das erzählt Regisseur Götz Spielmann bewundernswert ökonomisch.

Jedes Bild wohlüberlegt, jeder Dialog auf dem Punkt, die Spannung abgründig. Der Festival-Hit war unlängst gar für den Oscar nominiert - völlig zurecht. Herausragend.

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