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Album „Talk That Talk“

Rihanna hat nur ein Thema: Sex

wn

Billiger geht es nicht? Doch, doch, es geht billiger. Im Jahre 2011 ist die Prüderie von einst einer gewissen Gelassenheit gegenüber Sexualität gewichen. Selbst nackte Körper locken keinen Teenager mehr hinterm iPhone hervor. Doch in Rihannas Welt funktionieren laszive Bewegungen, lüsterne Blicke und unerträglich explizite Textzeilen noch immer.

Was die auf der Insel Barbados geborene Sängerin auf „Talk That Talk“ abliefert, ist musikalisch und inhaltlich eine Zumutung. Die 23-Jährige hat nach ihrem sechsten Album nichts, aber auch rein gar nichts zu erzählen. Ihr einziges Thema lautet: Sex. Und das wird ab Minute eins des Openers „You Da One“ wie nach einer 50-jährigen Ehe: gähnend langweilig.

Das ist nicht weiter schlimm, weil auch die Sounds allenfalls zur vorübergehenden Untermalung einer Autoscooter-Fahrt taugen: „Roc Me Out“, Cockiness (Love It)“, „Watch nLearn“ - was sollen dem Hörer diese flüchtig zusammenkomponierten, nervtötenden Tracks sagen? Unter „Birthday Cake“ liegt gar ein Klatsch-Sample aus den 90ern. Nicht im Ernst, oder, Rihanna?

In Rihannas Sphäre wird die Luft ganz dünn: Nur Madonna kann neben dem weiblichen Superstar des Genres befreit atmen. Rihanna hat alles erreicht. Jede Single wurde zum Hit: „Unfaithful“, „Umbrella“, „Hate That I Love You“, „Shut Up And Drive“, „Russian Roulette“, „Only Girl“. Ein Ende dieser Erfolgsserie ist nicht abzusehen.

Diese Erfolge haben Rihanna in eine Liga mit Michael Jackson katapultiert. Aber was macht die blutjunge, attraktive Musikerin daraus? Nichts. Dabei könnte sie sich endlich absetzen von ähnlich klingenden Künstlerinnen wie Beyoncé, Kelis, Kesha, Fergie und Sia, die derzeit auch nur billige Schönheit möglichst teuer verkaufen. Selbst Lady Gagas Freakshow ist spannender.

Doch es nützt nichts: „Talk That Talk“ wird sich prächtig verkaufen, Rihannas Konto weiter füllen und ihr damit weitere Möglichkeiten geben, „Sex“ zu „sellen“. Nelly Furtado, wo bist du, wenn man dich braucht?

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