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Lenz

Rockinitiative Emsdetten: Strampeln für satten Sound

wn

Peter Ullrich kramt einige Zettel hervor. „850 Kilowattstunden“, rechnet er vor, „frisst das Probezentrum pro Jahr“. Ein gewöhnliches Einfamilienhaus verbraucht mehr. Dennoch: Vor einem Jahr hat die Rockinitiative Emsdetten ihr Engagement für junge Nachwuchsbands um die Sorge für den Umweltschutz erweitert. „Kühlschränke in den Proberäumen haben wir verboten“, erzählt Ullrich, Kassenwart der Initiative. Weitere Ideen, wie sich noch mehr Energie einsparen ließe, liegen bereits auf dem Tisch.

Während nebenan die Death-Metal-Band Mortifera in die Saiten haut, läuft der Stromzähler unermüdlich mit – und mit ihm steigen die Kohlendioxidwerte in der Atmosphäre. Nicht erst beim Anblick der immer höheren Nebenkostenabrechnungen fragte sich Ullrich: Wie viel Energie verbraucht eigentlich Musik? Eine erste Antwort war schnell gefunden: Die dreistündigen Proben verbrauchen drei Kilowatt. Zum Vergleich: Ein Liter im Wasserkocher sind lediglich 0,14 Kilowatt.

Doch sollen die Bands das Licht ausschalten? Oder etwa die Verstärker ausdrehen? „Bei den Verstärkern kann man nichts machen“, erklärt Lukas Wolter von Mortifera.

Aber Umweltschutz in die Texte zu integrieren fällt den Musikern auch schwer. „Wir haben momentan andere Themen in unseren Songs“, sagt Julian Schulz. Sie sängen eher über Kriege. Die sind aber nicht selten auf knappe Ressourcen, und damit auf Umweltkonflikte, zurückzuführen. Die Jungs stutzen.

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