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Rote Karte für Stadtmeisterschaft

Niklas Groß

Ahlen. „Wir werden die diesjährigen Hallenstadtmeisterschaften nicht ausrichten!“ Das, wovon Fußball-Abteilungsleiter Uli Riesenbeck und der Vorstand von Vorwärts Ahlen Mitte der vergangenen Woche noch nichts wissen wollten, ist seit einem vereinsinternen Zusammentreffen am Dienstagabend Realität: Die Titelkämpfe in der heimischen Friedrich-Ebert-Halle gehen – sowohl für Senioren als auch Junioren – zu Ende, bevor sie überhaupt angepfiffen worden sind. Dennoch rollt das „Leder“ weiter, denn während sich der offizielle Spielbetrieb so langsam, aber sicher in die Winterpause verabschiedet, schieben sich die Verantwortlichen die Bälle nun verbal zu. „Ohne Angabe von Gründen“ hat Riesenbeck die Veranstaltung abgesagt. Die öffentlich kursierenden Vermutungen, diese Entscheidung habe mit den Vorkommnissen um den Ahlener TSV während der laufenden Saison zu tun, will bei Vorwärts niemand bestätigen.

Doch der vermeintlich verfrühte Abpfiff der Stadtmeisterschaften zu später Stunde dürfte noch ein Nachspiel haben. „Das ist nicht die feine englische Art“, zeigte sich Dirk Neuhaus vom Stadtsportverband „enttäuscht“ von der Vorgehensweise der DJK. Dass auf die von ihm besuchte Vorstandssitzung vor zwei Wochen, bei der er „bereits derartige Tendenzen“ erkannt zu haben glaubt, nun tatsächlich die kurzfristige Absage folgte, stellt die Stadt vor große Probleme. „Wir haben die Titelkämpfe jetzt zum 23. Mal in Folge an einen der Ahlener Vereine vergeben. Notfalls wären wir auch als Veranstalter in die Bresche gesprungen.“ Doch ob des nunmehr extrem kurzen Planungszeitraumes sieht Neuhaus kaum noch eine Chance, den Ahlener Fußballbegeisterten auch in diesem Jahr den Budenzauber bieten zu können, zumal „die attraktiven Teams mittlerweile wohl nicht mehr zu haben“ seien.

„Stadtmeisterschaft hin oder her“, meint Udo Zambo, Chef des Juniorteams vom darauf folgenden Ausrichter RW Ahlen, der für eine dringend einzuberufende Vereinsvertreterversammlung plädiert, die in einer „Grundsatzdiskussion“ vielleicht sogar noch die diesjährigen Titelkämpfe retten könnte. Ansonsten wäre da nur noch die Ahlener SG, die im vergangenen Jahr mit ihrem hauseigenen „Pörtzel-Cup“ zum wiederholten Mal für zusätzlichen Schwung im Ahlener Hallen-Leben gesorgt hatte. Aber denkste! „Vor acht Wochen haben wir erfahren, dass die Friedrich-Ebert-Halle in diesem Jahr nicht zu haben ist, woraufhin wir unsere darauf abgestimmten Planungen verworfen haben“, so der 1. Vorsitzende Roland Gewinner. Ein Umstand, der das Vorwärts-Organisations-Team nicht gerade in ein besseres Licht rückt, denn „vier bis fünf Wochen vor Toreschluss“ möchte auch Gewinner nicht mehr Feuerwehrmann spielen und den nun frei gewordenen Platz besetzen.

Was bleibt, sind so vermutlich erstmals seit 1984 leere Ränge und ein fader Beigeschmack, lässt sich ein Bezug zur Problematik der Vorkommnisse um den Ahlener TSV während der laufenden Saison doch kaum verhehlen. Wäre man seitens der Verantwortlichen von Vorwärts „offen und ehrlich“ an den ATSV herangetreten, hätte es Coach Orhan Kadi gar in Erwägung gezogen, seine Mannschaft freiwillig aus dem Turnier zu nehmen.

So jedoch müssen wohl alle Ahlener Teams den Budenzauber in heimischer Halle für 2007 wohl aus dem Kalender streichen.

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