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Politik Ausland

Roter Teppich für ungeliebten Gast: Karzai in den USA

wn

Washington - Richtig gute Freunde werden US-Präsident Barack Obama und sein afghanischer Amtskollege Hamid Karsai wohl nicht mehr werden. Doch wenn Karsai, seit Montagabend mit einer großen Minister-Delegation in Washington, am Mittwoch auf dem Sofa im Weißen Haus Platz nimmt, so steht dieser Empfang für die US-Regierung unter einer einzigen Devise: Versöhnung mit einem ungeliebten, aber für das Ende des Militär-Engagements am Hindukusch unverzichtbaren Partner nach Monaten wachsender Verstimmung.

Schließlich hatte Obamas Pressesprecher kürzlich erst Karsai wenig diplomatisch damit gedroht, man könne ihn notfalls auch wieder ausladen. Doch nun werde der rote Teppich ausgerollt, merkten US-Medien an.

Drei Stunden sind für die Vier-Augen-Unterredung zwischen Obama und Karsai angesetzt. Die Interessen beider Präsidenten sind jedoch nicht unbedingt deckungsgleich. Dem Weißen Haus geht es zum einen darum, militärisch das Taliban-Fußvolk so weit in die Defensive zu drängen, dass dieses die Waffen niederlegt und dann mit Geld oder einem Job belohnt wird. Ebenso wichtig ist für den unter wachsendem Zeit- und Erfolgsdruck stehenden Obama ein konsequenter Kampf Karsais gegen die Korruption, um damit die Basis für eine stabile Verwaltung des Landes zu bilden.

Karsai wiederum dürfte sich erneut darauf konzentrieren, zivile Verluste bei den Isaf-Operationen zu beklagen - und damit einen empfindlichen Nerv der US-Militärs treffen.

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