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Rückzug bei Kasernen-Plänen

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Dülmen. Im großen Interview mit unserer Zeitung Ende Oktober hatte Bürgermeisterin Lisa Stremlau erstmals öffentlich über den Worst Case nachgedacht - also über den ungünstigsten anzunehmenden Fall, falls das seit inzwischen zwei Jahren geplante Kasernenprojekt platzt. Und genau das ist jetzt passiert. Die GSW Consulting GmbH wird ihr gewerbliches Vorhaben auf einer 35 Hektar großen Fläche im Süden der ehemaligen St.-Barbara-Kaserne nicht realisieren. Das Aus bestätigten Stremlau („Die Suche muss neu beginnen“) und die zuständige Abteilungsleiterin bei der BImA für den Verkauf, Silvia Auffahrt, am Donnerstag der DZ. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), die den Flächenverkauf aus Bundeseigentum regelt, teilte der Stadtverwaltung zu Beginn dieser Woche mit, dass die GSW Consulting GmbH und ihr Geschäftsführer Michael Zacher das letzte gestellte Ultimatum endgültig verstreichen ließen. Es sei bisher zu keinem Vertragsabschluss zwischen BImA und GSW gekommen, heißt es. Mit dem Rückzug bei den Kasernen-Plänen platzt eine Bombe. Schon lange hatten politische Kreise ein ungutes Gefühl dabei, dass es monatelang nicht zur Unterschrift kam. Es gab unzählige Verhandlungsrunden, an denen auch Vertreter der Verwaltung teilnahmen, doch keine führte zu einem Durchbruch. Die zuständige Abteilungsleiterin der BImA berichtete, dass bereits im Sommer die Bedingungen klar waren. Die BImA habe alles Notwendige in die Wege geleitet. „Vertrag und Kaufpreis waren ausgehandelt“, sagte Auffahrt. „Wir warteten auf das Startsignal.“ Doch das kam und kam nicht. So mussten Ultimaten gestellt werden. Das Letzte ist nun verstrichen. Noch unter Altbürgermeister Jan Dirk Püttmann hatte die Stadt Dülmen im Februar 2009 gleich zwei Kaufinteressenten für das Kasernengelände öffentlich präsentiert. GSW-Geschäftsführer Zacher stellte damals die Planung für ein überregionales Zentrum mit verschiedenen Betreibern vor. Zweiter Anbieter war die Texas City GmbH, die eine Westernstadt realisieren wollte. Der Bauausschuss sprach sich im Juni 2009 einstimmig für ein Strukturkonzept aus, wonach aus den südlichen Teilen der Kaserne ein Zentrum für Automobiltechnik & Logistik sowie Forschung & Entwicklung werden sollte - entwickelt von der GSW. Dazu sieht die Planung ein allgemeines Wohngebiet, ein Projekt „Wohnen mit Pferd“ sowie ein Reitsportzentrum vor. Die Texas City GmbH hatte sich nach der Entscheidung auf Borken konzentriert, wo sich die Pläne der Westernstadt inzwischen zerschlagen haben. Die Wohngebietspläne, mit denen die BImA noch nicht am Markt war und wofür sie demnach noch keinen Investor hat, sind von dem Aus für die GSW Consulting GmbH nicht betroffen. Unberührt vom Scheitern der Verhandlungen bleibt auch die Entwicklung auf der sechs Hektar großen Fläche im Nordwesten des Kasernengeländes, das die Stadt gekauft hatte und wo das neue Reitsportzentrum mit Halle, Boxen und Plätzen entsteht. Die Politik muss sich indes die erneute städtebauliche Frage stellen, was aus dem riesigen technischen Teil der früheren Kaserne werden soll - so wie vor zwei Jahren! Die für die Weiterentwicklung der Flächen eingerichtete Fachgruppe im Rathaus wird laut Stremlau ihre Arbeit intensivieren, um dem Thema Konversion neue Impulse zu geben. Die BImA werde in Absprache mit der Stadt und der Fachgruppe Konversion die Präsentation der alten Kaserne am Markt vorbereiten.

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