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Suche nach neuem Regierungspräsidenten

Ruhrgebiet soll zum Zuge kommen

unserem Redaktionsmitglied Frank Polke

Münster/Gelsenkirchen - Die Suche nach einem Kandidaten für das Amt des Regierungspräsidenten lässt die beiden großen Parteien in NRW nicht zur Ruhe kommen. Hinter den Kulissen bemüht sich die Landes-CDU verstärkt, mit Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ins Gespräch zu kommen und einen eigenen Kandidaten für die Nachfolge von Peter Paziorek ins Rennen zu schicken.

Dabei rücken nach Information unserer Zeitung zwei Kämmerer mit CDU-Parteibuch in den Fokus: Sowohl Georg Lunemann, der seit einem Jahr als Kämmerer der Stadt Gelsenkirchen arbeitet und dessen persönliche und politische Wurzeln auch ins Münsterland reichen, als auch der Kämmerer der Stadt Essen, Lars Martin Klieve, werden dabei in Parteikreisen genannt.

Der in Lüdinghausen geborene Lunemann, der vor seinem Wechsel nach Gelsenkirchen Leiter der Kämmerei beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe war, könnte gut ins Anforderungsprofil der SPD-Ministerpräsidentin passen: Der 42-Jährige repräsentiert sowohl den Emscher-Lippe-Raum als auch das Münsterland, ist ein ausgewiesener Finanzexperte - und erfüllt als CDU-Mann das ungeschriebene Gesetz, dass die Christdemokraten den Regierungspräsidenten stellen dürfen. „Gegen Lunemann spricht aber, dass er erst ein Jahr in Gelsenkirchen im Amt ist. Das ist zu früh“, sagt ein Beobachter.

Die SPD beharrt weiterhin auf einem Kandidaten aus den eigenen Reihen. Aus ihrer Sicht hat die CDU keinen Anspruch auf das Amt. Noch wichtiger als die Frage der Parteizugehörigkeit ist führenden Sozialdemokraten aus dem Ruhrgebiet allerdings, dass eine Frau oder ein Mann aus dem Emscher-Lippe-Raum nach Münster wechselt. „Das hat für uns oberste Priorität“, sagt ein SPD-Vertreter. Um diesen Wunsch erfüllt zu sehen, würden einige in der Partei auch einen Christdemokraten akzeptierten.

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