1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Rummeling war ursprünglich der Sohn des Rômwald

  6. >

MV Namensforscher

Rummeling war ursprünglich der Sohn des Rômwald

wn

Leserin Melanie Rummeling aus Wettringen hat ermittelt, dass ihre Familie seit 1355 in Hollich/Burgsteinfurt ansässig war. Günstige Umstände erlauben es, die Veränderung des Familiennamens im Laufe der Jahrhunderte nachzuzeichnen: 1355 Romeldynch, 1421 Romelding, 1500 Rommeldingh, 1651 Rommeling, ab 1714 Rummeling.

Der mit rund 100 Namensträgern nicht sehr häufige Name Rummeling findet sich heute überwiegend im Gebiet des Landkreises Steinfurt, vor allem in und um Burgsteinfurt/Borghorst. An ähnlichen Namensformen gibt es die noch selteneren Namen Rumling, Rümling, Römmeling, Roemeling/Römeling sowie die etwas häufigeren Nachnamen Römling und Römmling, die in einem größeren Gebiet bis nach Ostfalen und Franken verbreitet sind.

Die Deutung eines Familiennamens sollte immer von den ältesten verfügbaren Zeugnissen ausgehen, da diese erfahrungsgemäß den ursprünglichen Namensformen noch besonders nahe stehen und im Idealfall sogar mit ihnen übereinstimmen. Die Namensform Romeldynch von 1355 weist ein stolzes Alter von mehr als 650 Jahren auf, doch ist auch Romeldynch gegenüber der Ausgangsform bereits umgestaltet.

Wie die späteren Namensformen zeigen, ist die Endung -ynch eine der Varianten des häufigen Namenelementes -ing, mit dem vor allem im niederdeutschen Gebiet zahlreiche patronymische Familiennamen mit einer Bedeutung „Sohn von ...“ abgeleitet wurden. Der erste Teil des Familiennamens, Romeld-, geht auf einen altdeutschen Rufnamen zurück, der wie fast alle dieser Namen aus zwei Namenwörtern zusammengesetzt war.

Das erste Namenelement lautete in seiner ältesten niederdeutschen Form Hrôm- und entspricht dem altsächsischen Wort hrôm „Ruhm“. Das anlautende H- schwand bereits im Mittelalter, sodass die zugehörigen Rufnamen mit Rôm- begannen. Das zweite Namenwort ist -wald „Gewalt, Herrschaft“. Wie bei anderen Rufnamen mit -wald schwand auch bei Rômwald der Konsonant w sehr früh, sodass mit gleichzeitiger Umformung des a in o Rômold entstand. Ganz entsprechend wurden beispielsweise Bernwald, Dietwald, Gerwald, Meinwald, Reinwald zu Bernold, Dietold, Gerold, Meinold, Reinold.

Die Namensform Rômold ist bei dem sehr seltenen Familiennamen Romold unverändert erhalten geblieben. Häufig wurde bei den Namen auf -old der Vokal o in der zweiten Silbe zu e abgeschwächt, so wurden Gerold, Meinold, Reinold zu Gerelt, Meinelt, Reinelt und Romold zu Romeld/Romelt (heute ausgestorben).

Der erste Träger des Familiennamens Romelding wurde als „Sohn von Romeld (= Rômwald)“ benannt. Im Falle der Familie Rummeling wurde die Namensform Romelding später in dreierlei Hinsicht umgestaltet: Zunächst wurde der ursprünglich lange Vokal ô der ersten Silbe gekürzt, wie das doppelte -mm- in Rommeldingh anzeigt. Dann wurde der Konsonant d abgeschliffen, wie dies bei zahllosen niederdeutschen Namen der Fall ist. Schließlich wurde der Vokal o der ersten Silbe durch u ersetzt, ein Nebeneinander u und o ist ebenfalls bei vielen Namen nachzuweisen (Busse neben Bosse, Wulff neben Wolff usw.).

Winfried Breidbach

www.ifn.name

Startseite