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Rund 7000 Läufer am Start

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Münster - Er ist Initiator, Organisator, Macher. Er zieht die Fäden im Hinter- und im Vordergrund. Michael Brinkmann ist der „Marathonmann“. Unser Redaktionsmitglied Jürgen Beckgerd unterhielt sich wenige Tage vor dem Startschuss zur 8. Auflage mit dem Vorsitzender des Münster-Marathon.e.V.

Herr Brinkmann, wie ist der Stand der Vorbereitungen, wenige Stunden vor dem Start zu Münsters vielleicht größtem Sportereignis? Nervös?

Michael Brinkmann: Nein. Wir sind zwar so langsam an der Grenze der Belastbarkeit angekommen, aber wir gehen auch mit der gebotenen Gelassenheit an die Sache heran. Ich erhalte an die 150 Mails am Tag. Einige Läufer rufen auch einfach mal so an, das ist wie eine Super-Kompensation, vergleichbar mit dem Gefühl vor einer wichtigen Klausur. Die haben am Mittwoch ihren letzten Trainingslauf gemacht und stehen nun bis zum Start vor einer gewaltigen Leere.

Apropos Läufer: Mit wie vielen Teilnehmern rechnen Sie anhand der bislang vorliegenden Anmeldungen?

Brinkmann: An reinen Marathonläufern haben sich 3250 angemeldet, plus 3600 Staffelläufer. 260 Kinder sind beim Kids Marathon dabei. Also bewegen wir rund 7000 Läufer. Was die Finisher angeht, also diejenigen, die auch ins Ziel kommen, könnten wir knapp unter denen des Vorjahres kommen. Das würde bedeuten, dass wir im Deutschland-Ranking möglicherweise auf den siebten Platz der größten Veranstaltungen hinter Düsseldorf zurückfallen könnten. . .

. . . sehen Sie einen Grund für die geringer werden Zahl an Finishern?

Brinkmann: Das hat vielleicht auch etwas mit der aktuellen Wirtschaftskrise zu tun. Der Zeitaufwand für den Marathon ist einfach sehr hoch. Den kann nicht jeder leisten. Und: Wir haben sehr viele Marathon-Veranstaltungen [siehe nächste Seite] in Deutschland, die miteinander konkurrieren. Dennoch: Wir werden keinen Halbmarathon einbeziehen, nur um die zahlen zu schönen. Auf Dauer hätten wir damit 1000 echte Marathonläufer weniger.

Der Münster-Marathon ist ja ein Mix aus Top-Sport, Breitensport und Kultur, aus Stadt- und Landschaftslauf.

Brinkmann: Genau. Hinsichtlich der Top-Athleten müssen wir etwas bremsen. Das muss ja verträglich bleiben mit dem Anspruch an den Breitensport. Und am Straßenrand ist wirklich richtig was los. Wir haben die Top-Acts der letzten sieben Jahre noch einmal verpflichtet. Anders als beispielsweise beim Berlin-Marathon, müssen wir in Münster das Publikum locken.

Das gilt auch wohl für die Sponsoren oder?

Brinkmann: In der Tat. Dieses ist ein sehr schwieriges Jahr. Wir mussten viele „Wenn . . . dann-Verträge“ abschließen und uns bei denjenigen bedanken, die beide Augen zugedrückt haben. Wir hatten ja immer wieder mal rote und schwarze Zahlen geschrieben. Dieses Jahr werden es wohl wieder rote. Wir können glücklich sein, den Rückhalt der Volksbank zu spüren. Der Vorstand steht hinter der Veranstaltung, nach dem Motto „wir wollen der Stadt etwas Schönes zurückschenken.

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