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Verkauf beginnt im Oktober

RWE will Urenco nach Atomausstieg verkaufen

Klaus Wiedau

Gronau - Um die Folgen des Atomausstiegs in Deutschland aufzufangen, will sich RWE offenbar von der Urenco trennen, die unter anderem auch die Urananreicherungsanlage in Gronau betreibt. Wie der „Sunday Telegraph“ berichtet, will der Energieversorger bis Mitte 2013 mit dem Verkauf von Geschäftsbereichen elf Milliarden Euro verdienen.

Auch der britische Staat will Berichten zufolge bei Urenco aussteigen, angesichts der Atomkatastrophe von Fukushima mussten diese Pläne im Frühjahr jedoch auf Eis gelegt werden. Nach Informationen des Blattes soll der Verkaufsprozess nun im Oktober formal eingeleitet und in einem Jahr beendet sein.

Urenco gehört zu je einem Drittel dem britischen und dem niederländischen Staat. Die übrigen 33 Prozent, die ursprünglich mal dem deutschen Staat gehörten, teilen sich heute Eon und RWE. „Über diese Beteiligung sind Eon und RWE damit zu je einem Sechstel an Urenco - und damit auch an den Unternehmensteilen in England und den Niederlanden beteiligt“, wie Dr. Chris Breuer, Sprecher der Urenco Deutschland GmbH, auf Anfrage erklärte.

Urenco beliefert Atomkraftwerksbetreiber mit angereichertem Uran und hat nach eigenen Angaben einen Anteil von 27 Prozent am weltweiten Markt. 2010 machte das Unternehmen mit knapp 1,3 Milliarden Euro Umsatz einen Nettogewinn von 387,1 Millionen Euro.

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU), der seit Jahren eine Schließung der Anlage in Gronau fordert, hat einen Fragenkatalog an den nordrhein-westfälischen Wirtschaftsminister Harry K. Voigts­berger geschickt. Darin fragt der BBU auch, ob RWE möglicherweise aus der Urananreicherungsanlage in Gronau aussteigen will.

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