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Salut aus Rennes

wn

Letztens in einer Sportbar in Rennes. Fünf Menschen stehen morgens gegen 10 Uhr am Tresen bei Espresso und Croissant. Während ich mir die L´Equipe kaufe - meine, also diese, deutsche Zeitung meines Vertrauens gibt es in der Regel in ganz Frankreich nicht - baumelt meine Akkreditierung in Scheckkartengröße an meinem Hals herunter. Identifikation allez.

Was ich noch verstehe ist, aaaaah le Tour und die Frage nach dem Favoriten, contre la montre, also Zeitfahren. Jeder schüttelt mir freudig die Hand, bonjour, bonjour. Keine fünf Minuten geht der Spuk, aber jeder hat irgendwas zu sagen. Ich weiß zwar nicht was, aber es ging um die Tour. Großes Cinema also, Leidenschaft pur. Abends dann in Nantes, Alain kommt an unseren Tisch, der Kellner. Er wolle uns etwas über Jan Ullrich sagen, der hätte sich im Fernsehen abschätzig über die Tour 2008 geäußert.

Ohlala, schimpft der Barkeeper unseres Vertrauens gestenreich. Komisch nur, dass nach kurzer Internet-Recherche kein Ullrich-Gemoser zu finden ist. Alain ist das einerlei, er lädt uns zu Panache, einem französischem Radler, und einem Ricard ein. Fachgesimpel, er tippt auf Evans als Gesamtsieger oder Valverde oder Moreau. Beim letzten Namen wird laut gelacht. Egal, Hauptsache ein Franzose steckt mal wieder in Gelb. Wie heißt der noch? Fäule? Fejü? Neee, Feillu. Alain ist glücklich, wie die meisten Franzosen im Übrigen, das ist der andere Blickwinkel. Vive le Tour.

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