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Politik Inland

Schäfer-Gümbel: „Die neue Rolle macht mir Spaß“

Dr. Norbert Tiemann

Wiesbaden - Thorsten Schäfer-Gümbel wird unter Wert gehandelt; die mediale Reduzierung auf seine Brille und sein großjungenhaftes Auftreten wird dem 39-jährigen Spitzenkandidaten der SPD nicht gerecht. „Ja, ich habe meine Rolle angenommen, und sie macht mir Spaß“, versichert Schäfer-Gümbel gegenüber unserer Zeitung. Er hat das politische Himmelfahrtskommando übernommen, als Nachfolger der unglückseligen Andrea Ypsilanti die SPD in den hessischen Wahlkampf zu führen.

Gegenwärtig liegt die tief zerstrittene SPD in Umfragen bei 26 Prozent. „Jeder Punkt mehr ist ein Erfolg“, legt Schäfer-Gümbel die Erfolgslatte natürlich recht tief. Er eine Marionette Ypsilantis? Der Kandidat lacht und betont, niemand habe gegenwärtig auf die hessische SPD-Politik mehr Einfluss als er. Und: „Auf meinen Abgeordneten-Sitz in der dritten Reihe werde ich nach dem 18. Januar sicher nicht zurückkehren“, deutet der Familienvater klare Ambitionen an. Seine Popularitätswerte sind in kürzester Zeit erheblich gestiegen.

Der Wahlkampf ist eine Anti-Koch-Kampagne, erst in einem zweiten Schritt will die SPD die Wähler mit eigenen Inhalten konfrontieren. Ob er Koalitions-Optionen ausschließt? „Ich kann nichts ausschließen, die Menschen würden es mir eh nicht abnehmen“, skizziert Schäfer-Gümbel das ganze Dilemma seiner Mission und seiner Partei. Selbst eine große Koalition hält der bis vor Kurzem völlig unbekannte Abgeordnete für möglich, um eine stabile Regierung auf den Weg zu bringen. „Aber nur ohne Koch; die CDU würde diese Frage gewiss schnell lösen“, feixt der Hoffnungsträger im Quoten-Keller. Dennoch: Den Namen Schäfer-Gümbel sollte man sich merken.

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