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Schalke feuert Slomka – Zwei Eurofighter sollen’s richten

Michael Schulte

Gelsenkirchen - Zwei Eurofighter sollen’s richten. Mike Büskens, im dritten Jahr Coach der Oberliga-Reserve, und Youri Mulder, anerkannter Experte im niederländischen Fernsehen, werden den FC Schalke 04 bis zum Saisonende trainieren. Das ist das Resultat eines turbulenten Sonntags, bei dem zuerst Trainer Mirko Slomka entlassen wurde und dann die beiden Uefa-Cup-Sieger von 1997 in ihr Amt gehievt wurden.

Sechs Spieltage vor dem Saisonende hat die Schalker Vereinsführung zuerst das Vertrauen in den Trainer und dann die Nerven verloren. Offensichtlich war das 1:5 in Bremen nicht nur die höchste Schalker Niederlage seit mehr als zehn Jahren, sondern auch Wasser auf die Mühlen der Slomka-Kritiker. Diese haben sich bereits seit Wochen und Monaten in Stellung gebracht, kamen aber bislang nicht richtig aus den Löchern.

Am Samstag war das Maß voll, der Trainer (auf Abruf) nicht mehr zu halten. Zwar verfügt Slomka über einen Vertrag bis 2009, aber Bestandsgarantie erhielt er vom Präsidenten Josef Schnusenberg allenfalls bis zum Saisonende. Und nach dem Champions-League-Aus in Barcelona wurde es immer deutlicher, dass Slomkas Zukunft auf Schalke sehr begrenzt ist.

„Zuletzt gab es auch bei mir eine Tendenz, die Zusammenarbeit mit Mirko nach dieser Saison zu beenden. Nach dem Spiel in Bremen ist bei mir die Entscheidung gereift, diesen Schritt vorzuziehen. Es ist eine Situation entstanden, die sich meiner festen Überzeugung nach in den nächsten Wochen sehr negativ auf die Mannschaft auswirken würde. Daher dieser schnelle Entschluss“, begründete Schalkes Manager Andreas Müller die Trennung vom Coach. Die Entscheidung wurde im Vorstand einstimmig getroffen und vom Aufsichtsrat abgesegnet. „Ich trage die Entscheidung der sportlichen Führung mit. Ich bin mit Mirko befreundet. Aber wir haben keine sportliche Entwicklung mehr gesehen. Daher müssen wir die Reißleine ziehen“, erklärte sich Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies.

Es schwelte lange auf Schalke. Der Kessel kochte und konnte nur mit Mühe unter Kontrolle gehalten werden. Dampf abgelassen wurde nach jeder schwachen Vorstellung, das war klar. Aber letztlich muss auch Slomka an den Ergebnissen gemessen werden. Platz drei in der Bundesliga, dazu im Viertelfinale der Champions League an Barcelona gescheitert – es gibt sicher schlechtere Bilanzen.

Die Schalker haben keinen Nachfolger für Slomka, also müssen sie eine Interimslösung wählen. Mit der Doppelspitze Mike Büskens/Youri Mulder dürften sie bei den Fans glänzend ankommen, auf Dauer wird das aber nicht reichen. Jetzt geht es nur noch darum, sich irgendwie für die Champions League zu qualifizieren. Die Voraussetzungen sind nicht schlecht.

Es darf trefflich spekuliert werden, ob der neue Mann tatsächlich einer der allerersten Garde sein wird, wie dies der Präsident mal angedacht hat. In solchen Fällen fällt gerne der Name José Mourinho genannt. Oder die Schalker finden einen neuen Huub Stevens, dann wäre wohl Fred Rutten (Twente Enschede) der richtige Mann. Übrigens: Auch Marc Wilmots hat sich ins Gespräch gebracht. Noch ein Eurofighter. . .

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