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Schalkes Fehlstart perfekt - königsblaue Tristesse nach Heimpleite

Michael Schulte

Gelsenkirchen - Die Zeichen standen auf Schmusekurs mit den Fans. Trainer Felix Magath, der zuletzt mit einigen recht eigenmächtigen Entscheidungen die Anhänger der Königsblauen gegen sich aufgebracht hatte, wollte gegensteuern. Am besten mit einem Sieg gegen Hannover 96 und anschließend mit einem entspannten Gespräch zwischen allen Beteiligten.

Ersteres fiel aus, weil sich die Schalker als ein Team präsentierten, das noch keines ist. Letzteres fand statt, allerdings ziemlich unentspannt. Den Schalkern weht bereits nach dem zweiten Spieltag der Wind ins Gesicht. Zwei 1:2-Niederlagen stehen zu Buch, für ein vermeintliches Spitzenteam zwei zu viel.

Wurde das 1:2 zum Bundesliga-Auftakt beim starken Hamburger SV noch verziehen, kam die Schlappe am Samstag gegen Hannover völlig unerwartet. Zwar hatte Magath im Vorfeld immer betont, dass sich seine frisch zusammengestellte Mannschaft noch finden müsse. Aber gegen Hannover sollte es eigentlich dennoch reichen. Eine Fehleinschätzung, weil die Hausherren den 61.226 Besuchern eine ziemlich dürftige Vorstellung boten.

Die Gäste aus Niedersachsen kamen zu einem leichten Erfolg, weil die Schalker Probleme in fast allen Mannschaftsteilen offenbarten. Im Angriff harmlos, trotz Superstar Raúl. Im Mittelfeld ideenlos, das kennt man ja schon. Und in der Abwehr, in der Vorsaison das Prunkstück der Mannschaft, 90 Minuten lang unsicher.

Viele Fans trauerten den verkauften Abwehrstützen Bordon, Westermann, Zambrano und Rafinha nach, weil ihre Nachfolger dieses Quartett nicht annähernd ersetzen konnten. Schnell hatten sich die Anhänger der Schalker auf Christoph Metzelder als verantwortlichen Sündenbock eingeschossen. Der Neue von Real Madrid, dem seine Herkunft aus Dortmund das Leben auf Schalke nicht leichter macht, agierte fast 90 Minuten neben der Spur. Unsicher im Zweikampf, war er auch nicht in der Lage, seine Defensivabteilung zu organisieren.

Wenn die Hannoveraner zum Angriff bliesen, war Feuer unterm Dach der Arena. „Hannover hatte wenig Chancen, aber die haben sie eiskalt genutzt“, lag Schalkes Kapitän Manuel Neuer mit seiner Analyse nicht ganz richtig. Denn es hätte öfter klingeln können in seinem Kasten, das können Moritz Stoppelkamp, Didier Ya Konan und Constant Djakpa bestätigen. Sie hatten ihre guten Möglichkeiten ausgelassen und durften sich freuen, dass das nicht entscheidend war.

Denn Konstantin Rausch (31. Minute) und Neuzugang Mohammed Abdellaoue (49.) hatten die 2:0-Führung herausgeschossen, die am Ende zu drei Punkten reichte. Schalke war lediglich durch das Kopfballtor von Jermaine Jones (82.) der Anschlusstreffer vergönnt. Mehr war nicht drin, weil die Schalker trotz 15:1-Ecken keine weitere gute Chance besaßen.

Es war müßig, später das Pech nach elf Minuten heranzuziehen. Da war Jefferson Farfan per Kopf erfolgreich gewesen, aber die Eckball-Hereingabe von Rakitic war vorher durch das Toraus gesegelt und daher als irregulär abgepfiffen worden.

Den Schalkern bleibt nach diesem Fehlstart noch viel Arbeit. Die kann jetzt in der Länderspielphase allerdings nur mit halbem Personal erledigt werden, weil 50 Prozent des Kaders mit ihren Nationalteams auf Reisen sind. Eine missliche Situation für Magath, aber nicht nur für ihn. Der Coach hat zudem auch als Manager zu tun, will er doch unbedingt noch zwei Hochkaräter fürs Mittelfeld und den Angriff verpflichten. Klaas-Jan Huntelaar, der niederländische Nationalspieler vom AC Mailand, soll kommen. Dazu noch ein Spielmacher, vielleicht von Atletico Madrid. Zu den Namen gibt es keine Stellungnahme, da will Magath Fakten sprechen lassen. Um anschließend mit der Integration der Neuen wieder fast von vorn zu beginnen.

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