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Steuer-CD aus der Schweiz

Scheckbuch-Lösung

wn

Wer hat´s erfunden? Nein, diesmal waren es nicht die Schweizer. Die Chefs der Privatbank Julius Bär haben sich ein Beispiel an ihren Kollegen aus dem Nachbarland Liechtenstein genommen. Die waren bereits im vergangenen Jahr auf die Idee gekommen, sich deutsche Ermittler mit der Scheckbuch-Lösung vom Hals zu halten.

Der Deal, den die münsterischen Staatsanwälte nun geschlossen haben, ist keinesfalls anrüchig. Im Gegenteil. Verfahrenseinstellungen gegen Geldbußen sind in Fällen von Wirtschaftskriminalität üblich - und in diesem Fall für beide Seiten ökonomisch sinnvoll. Deutsche Staatsanwälte können in der Schweiz nur ermitteln, indem sie komplizierte Amtshilfeverfahren anstreben.

Nun kommen die Fahnder schnell an ihr Geld. Den Schweizern bleiben wiederum jahrelange Verfahren erspart, die ihren Ruf und das offenbar weiter aufstrebende Deutschland-Geschäft ramponieren würden. Warnendes Beispiel war die UBS. Die Großbank musste nach langem Zerren eine Rekordbuße an die USA zahlen.

Das Modell Julius Bär dürfte Schule machen - auch bei anderen Banken, denen Steuer-CDs „abhandengekommen“ sind. Die Höhe der gestern gezahlten Buße wird dabei möglicherweise Begehrlichkeiten wecken. Werden zukünftig noch höhere Beträge gezahlt, könnte das Geschäftsmodell der Steuerparadiese durchaus Schaden nehmen - zugunsten ehrlicher Steuerzahler.

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