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Karneval im Kreis Borken

Schirm als Kamelle-Kescher

Klaus Wiedau

Gronau-Epe - „Die lassen so lange Lücken, damit der Zug länger wirkt“. Einer am Straßenrand glaubte Taktik zu erkennen. Spaß hatte er dennoch, wie viele andere, die den Umzug in Epe begutachteten. Rund 1500 Zuschauer (Zählung des Ordnungsamtes der Stadt) ließen am Sonntag den närrischen Lindwurm in Epe an sich vorbeiziehen - viele gleich zwei Mal: An der Agathastraße und an der Gronauer Straße.

Ritter, Cowboys, Prinzessinnen und Fantasiegestalten gaben sich ein Stelldichein. Optisch der größte Hingucker: Ein Eper Freundeskreis, der als „Paradiesvögel“ daher kam. Klasse gemacht! Zwar nicht im neuen Outfit, aber trotzdem schön bunt auch der Musikverein Epe. Dass Dirigentin Mechthild Sonnenblumen am Dirigenten-Degen hatte, war wohl als Wink an Petrus zu verstehen - den der aber offensichtlich nicht verstanden hatte: Kälte und Schneeschauer begleiteten den Umzug.

Für Geduld und kalte Füße wurden die närrischen Zuschauer reichlich mit Süßigkeiten entschädigt: Bonbons, Popcorn, aber auch Marzip flog von den Wagen. Mancher einer nahm deswegen den Regenschirm andersherum in die Hand und nutzte das Gerät, um die „Kamelle“ einzufangen.

Kostümiert zeigten sich auch vor allem viele kleine Zuschauer am Wegesrand - bisweilen war auch eine ganze Familie in närrische Verkleidung geschlüpft. Insgesamt aber war der Zug in den vergangenen Jahren schon bunter und fantasievoller. Und Vorführwagen namhafter Autohersteller haben - Krise in der Autoindustrie hin oder her - im Umzug eigentlich nichts zu suchen.

Nach gut einer Stunde bog auch der letzte Wagen der Bachusjünger auf die Ahauser Straße ein. Aktive wie Zuschauer waren sicher gleichermaßen froh, nach Ende des Zuges in warme Räume zu kommen. Derweil begannen draußen die Stadtreiniger unmittelbar nach dem Ende des Treibens mit der Arbeit - Besen und Kehrmaschine im Einsatz gegen Konfetti und Bonbon-Papier.

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