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Der Fall Schleyer

Schleyer-Witwe: Staat hat meinen Mann geopfert

wn

Berlin – Die Witwe des 1977 von der RAF entführten und ermordeten Arbeitgeber-Präsidenten Hanns Martin Schleyer hat der damaligen Regierung vorgeworfen, im Interesse der NichtErpressbarkeit ihren Mann „geopfert“ zu haben. „Ich habe mich nie damit abgefunden, dass der Staat meinen Mann geopfert hat. Ich muss das akzeptieren, aber verstehen kann ich es nicht“, sagte die 91jährige Waltrude Schleyer der Zeitschrift „Super Illu“.

Wegen Schleyers Ermordung waren in den 80er Jahren vier RAFMitglieder zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Heute befindet sich von ihnen nur noch Christian Klar in Haft, dessen Begnadigung Bundespräsident Horst Köhler Mitte des Jahres abgelehnt hatte. Die Witwe sagte: „Die Täter haben sich bis heute nicht bei mir und meinen Söhnen gemeldet. Es gab kein Wort der Entschuldigung. Sie ... zeigen bis heute keine Reue.“ Schleyer forderte: „Lasst die Mörder meines Mannes nicht frei!“

Erst vergangene Woche hatte der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) in der Wochenzeitung „Die Zeit“ eingeräumt: „Ich bin verstrickt in Schuld – Schuld gegenüber Schleyer und gegenüber Frau Schleyer.“ Gleichwohl verteidigte der heutige „Zeit“-Mitherausgeber die Entscheidung, den Erpressern der RAF nicht nachgegeben zu haben.

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