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Schlimmste Terroranschläge im Irak: 500 Tote

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Bagdad – Am Tag nach den Terroranschlägen im Nordirak ist die Zahl der Todesopfer dramatisch gestiegen. Laut dem Fernsehsender Al-Dschasira kamen bei dem Attentat auf zwei Dörfer in der Nähe von Mossul etwa 500 Menschen ums Leben. Terroristen hatten vier mit Sprengstoff beladene Fahrzeuge zur Explosion gebracht. Hunderte wurden verletzt. Die Behörden verhängten inzwischen eine Ausgangssperre rund um den Anschlagsort. In den beiden betroffenen Dörfern leben Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden.

Der Anschlag in zwei Vororten, die von kurdischen Jesiden bewohnt werden, löste in Bagdad und auch international Empörung aus.

Während die Bergungsarbeiten in den Ruinen von 30 Häusern eines Wohnviertels fortgesetzt wurden, verhängten die Behörden der Provinz Ninive eine Ausgangssperre über den Ort. Beim Transport von Verletzten, die in dem überfüllten Krankenhaus von Sindschar nicht behandelt werden konnten, halfen US-Soldaten. Ein Teil der Verletzten wurde nach Dohuk an der Grenze zur Türkei gebracht. Sindschar liegt nahe der syrischen Grenze.

Bei den Opfern der Anschlagserie an einem Busbahnhof und in dem Wohnviertel handelt es sich hauptsächlich um Angehörige der jesidischen Glaubensrichtung.

Der irakische Staatspräsident Dschalal Talabani, ein Kurde, erklärte, dieses „verabscheuungswürdige Verbrechen“ sei ein weiterer Beweis dafür, dass der „schwarze Terror“ derjenigen, die andere zu Ungläubigen erklärten, niemanden im Irak verschone. Auch der sunnitische Rat der Religionsgelehrten verurteilte den Anschlag. Er machte die „Besatzungstruppen und die Regierung“ für den Mangel an Sicherheit verantwortlich und erklärte, hinter der Bombenserie steckten Menschen, die versuchten, „die irakische Landkarte neu zu zeichnen“ und die demographischen Verhältnisse zu ändern.

Die US-Regierung verurteilte die Anschläge als „heimtückische und herzlose Morde“. Die Attacken zeigten erneut, wie weit Extremisten „zu gehen bereit sind, um den Irak daran zu hindern, ein stabiles und sicheres Land zu werden“, zitierten US-Medien die Sprecherin des Weißen Hauses, Dana Perino.

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