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Schmitz Cargobull AG: 411 Mitarbeiter sollen gehen

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Altenberge - Neue Hiobsbotschaft für die Belegschaft der Schmitz Cargobull AG: Bis zum 1. Quartal 2010 sollen insgesamt 411 Stellen in Altenberge und Horstmar entweder sozialverträglich abgebaut oder gestrichen werden. Dies wurde bei einer Betriebsversammlung am Montagmorgen bekanntgegeben.

Das Szenario, mit dem der Vorstand des Trailerherstellers in die Betriebsversammlung ging, stand unter dem Arbeitstitel „Eiszeit“. Statt - wie bisher geplant - 180 Beschäftigte sollen nun 231 zusätzlich ihre Stellen verlieren. Damit würde das Unternehmen seinen Mitarbeiterstand in Altenberge und Horstmar seit Beginn der Wirtschaftskrise um über 1000 Leute verringern.

Das Unternehmen erklärte am Montag, dass der Auftragseingang sogar deutlich unter den bereits reduzierten Erwartungen liege. Im Vergleich der ersten vier Monate der Geschäftsjahre 2008/2009 zu 2009/2010 bedeute dieses einen nochmaligen massiven Rückgang des Umsatzes.

Laut Cargobull sind die Standorte im Konzern unterschiedlich betroffen: Im Bereich der Fahrzeuge für temperierte Fracht (Vreden), ist der Nachfragerückgang nicht so drastisch wie für Pritschenfahrzeuge (Altenberge) oder Schüttgutauflieger (Gotha). Am Standort Altenberge (Pritschenfahrzeuge und Achsaggregate) sei der Umsatzrückgang extrem.

Der Betriebsratvorsitzende Charlie Röhricht erklärte, dass man dem Arbeitgeber Verhandlungen unter dem Thema „Chancen sichern - für das Unternehmen und die Beschäftigten“ angeboten habe, um die noch verbleibenden Kosten für Urlaubs-, Weihnachtsgeld und Feiertagsbezahlung für Mitarbeiter in Kurzarbeit teilweise zu übernehmen und gegenzufinanzieren. Ziel des Betriebsrats sei es dabei, die Möglichkeit der Kurzarbeit maximal auszunutzen, um Kündigungen zum jetzigen Zeitpunkt zu vermeiden. Für den Fertigungsbereich ist dies noch bis zum 30. November 2010 möglich, so Röhricht.

„Entlassungen können selbst bei einer sich andeutenden positiven Marktentwicklung sicherlich nicht ganz vermieden werden, aber sie können auf das absolut Notwendigste reduziert werden“, so Röhricht. Die Verhandlungen über den Punkt „Chancen sichern“ sowie über einen Interessensausgleich und Sozialplan für den Standort Altenberge und Horstmar beginnen am Dienstag.

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