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Schmitz Cargobull: Betriebsrat unterbricht Verhandlungen

Uwe Renners

Altenberge - „Wir sind zu dem Entschluss gekommen, die Verhandlungen über Sozialplan und Interessenausgleich zu unterbrechen.“ Dies sagte gestern der Betriebsratsvorsitzende der Schmitz Cargobull AG, Charlie Röhricht. Der Betriebsrat habe einen Arbeitsrechtler und einen Wirtschaftsexperten mit ins Boot geholt, um über dieses Thema erst einmal zu beraten. Der Wirtschaftsexperte soll zum Beispiel zur Finanzkraft des Unternehmens Aussagen treffen, damit der Betriebsrat dementsprechende Forderungen bei den Abfindungen stellen kann.

Röhricht erklärte, dass die Verhandlungen mit dem Vorstand über den sozialverträglichen Abbau, wie zum Beispiel Vorruhestand, weitergeführt würden. „Beim Sozialplan und Interessenausgleich geht es aber darum, wer gehen muss, wenn betriebsbedingt gekündigt wird“, so Röhricht. Hier appelliere man weiter an den Arbeitgeber, eine Arbeitsplatzgarantie während der Dauer der Kurzarbeit zu geben. Dies sei bisher verneint worden.

Zum angekündigten Abbau von 180 Arbeitsplätzen in Altenberge und Horstmar meinte Röhricht: „Der große Teil wird nicht sozialverträglich abgebaut werden können.“ Wenn diese Zahl erreicht werden solle, müsse es Kündigungen geben. „Dann werden die Arbeitsgerichte sprechen“, so Röhricht. Die IG Metall lade am 25. Mai zu einer Mitgliederversammlung mit dem Titel „Kurzarbeit statt Kündigung“ ein. Auch dort wolle man über das weitere Vorgehen beraten.

Röhricht berichtete, dass der mit 250 000 Euro gefüllte Härtefonds des Unternehmens dazu diene, das Kurzarbeitergeld auf bis zu 80 Prozent statt 67 Prozent aufzustocken. „Das sind mitunter 400 Euro für die Kollegen“, erklärte Ulli Brinkert, ebenfalls Betriebsratsmitglied. Der Fonds, der aus Geldern der Mitarbeiter, des Vorstands und des Betriebsrates gebildet wurde, sei gesplittet worden. 200 000 Euro dienen dazu, das Kurzarbeitergeld allgemein aufzustocken.

Die anderen 50 000 Euro sind für extreme Härtefälle gedacht. „Da müssen die Kollegen nachweisen, dass sie sich in einer größeren Schieflage befinden“, so Brinkert. Für manch einen, der gerade gebaut habe, könne es schon an die Existenz gehen. „Da fehlen bis zu 800 Euro.“

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