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Schnee stürzt Münsterland in den Ausnahmezustand

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Münsterland - Blockierte Autobahnen, liegen gebliebene Lastwagen und haufenweise Unfälle: Das Münsterland erlebte Montagabend den Ausnahmezustand. Gegen Einbruch der Dunkelheit begann es zu schneien. Eigentlich nichts Besonderes in diesen Tagen. Doch auf dem kalten Boden bildete sich sofort gefährliches Glatteis - der Verkehr kam an vielen Orten für Stunden zum Erliegen.

Am Härtesten war es dort, wo die Landschaft hügelig ist: Sämtliche Zufahrtstraßen nach Tecklenburg wurden beispielsweise gesperrt - der Ort war für Stunden nicht erreichbar, teilte die Polizei im Kreis Steinfurt mit. Auch in Ibbenbüren ging an allen Hängen und Steigungen nichts mehr. Hier wurden in kürzester Zeit rund 150 leichte Unfälle registriert. „Vor allen Dingen in den Orten ist die Lage weiter angespannt. Hier kamen die Schneefahrzeuge bislang kaum durch“, berichtete der Polizeisprecher später.

Überall versperrten Autos und querstehende Busse den Verkehr. Auch in Münster kam der Feierabendverkehr völlig zum Erliegen. 80 Prozent der Busse standen, Rekord waren 110 Minuten Verspätung, teilten die Stadtwerke Münster mit. Der Regionalverkehr Münsterland zog rasch die Konsequenzen und stellte den Busverkehr im Münsterland völlig ein.

Auf der Autobahn 1 sorgte ein Unfall bei Münster in Richtung Bremen für einen Stau und stundenlanges Warten. Etwas ruhiger war es im Kreis Warendorf, wo die Polizei rund 40 Unfälle regis­trierte. Für die Strecke von Münster nach Telgte benötigte man allerdings gut und gerne 90 Minuten, wie Betroffene mitteilten. „Die Autos rutschen einfach in den Straßengraben ab“, berichtete ein Polizeisprecher.

Auf der Autobahn 2 bei Oelde verlor ein 23-Jähriger die Kontrolle über seinen Lastzug. Das mit Teppichen beladene Fahrzeug kam ins Schleudern und drehte sich in kompletter Länge über die Fahrbahn, bis es im Böschungsgraben zum Stehen kam. Der Fahrer blieb unverletzt, die Autobahn musste für die Bergungsarbeiten mehrere Stunden teilweise gesperrt werden, wie die Polizei in Bielefeld mitteilte.

Im Kreis Borken meldete die Polizei ebenfalls Unfälle. In Vreden stürzte ein Fahrradfahrer auf der Fahrbahn und musste ins Krankenhaus gebracht werden.

Besonderes Problem an diesem Chaos-Abend: Auch Polizei, Rettungswagen und Schneeräumwagen kamen wegen querstehender Lkw nur ganz langsam vorwärts. In Münster musste die Umgehungsstraße, die B 51, gesperrt werden, damit die Räumfahrzeuge freie Fahrt hatten. Die Streufahrzeuge waren bis in die Nacht im Dauereinsatz. „Hier herrscht das absolute Chaos“, sagte auch ein Polizeisprecher in Osnabrück. „Der Individualverkehr ist fast komplett zum Erliegen gekommen, der ÖPNV wurde eingestellt.“

Am Problemlosesten funktionierte überraschenderweise der Flugverkehr: Der Flughafen FMO in Greven meldete kaum Behinderungen: Nur ein Flieger aus Frankfurt wurde zurückgeschickt.

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