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Schock: Thioune fällt lange aus

Franz Prinz

Ahlen. Die schlechte Nachricht vorab: Daniel Thioune hat sich am Freitag in Kaiserslautern erneut einen Mittelfußbruch zugezogen und fällt für den Rest dieses Jahres aus. „Ich bin total frustriert“, wollte der Mannschaftskapitän die Diagnose erst gar nicht akzeptieren. Wenn er Glück hat, kann Thioune zu Jahresbeginn wieder mit dem Training beginnen, so dass er dem Team im zweiten Saisonteil wieder zur Verfügung steht.

Während FCK-Coach Milan Sasic später in der Pressekonferenz die medizinische Abteilung seines Klubs besonders lobte, „weil sie viele Spieler wieder gesund bekommen haben“, waren Ahlener Mediziner nicht vor Ort, um neben Daniel Thioune auch den angeschlagenen Philipp Heithölter gleich optimal zu versorgen. Zudem mussten sich die Ahlener erst einmal Gehhilfen für ihren Kapitän besorgen, der mit diesen humpelnd zum Mannschaftsbus eilte, wo er dann ebenso wie Heithölter noch eine schmerzhafte Rückfahrt auf sich nehmen musste. Zu Zweitligazeiten der ehemaligen Mannschaftsärzte Detlef Kahl und Jürgen Gude, die heute von vielen Spielern privat konsultiert werden und seit Saisonbeginn aus nach wie vor nicht bekannten Gründen nicht mehr für Rot-Weiß tätig sind, unvorstellbar. Nach unseren Erkenntnissen ist Rot-Weiß übrigens der einzige Zweitligaklub in diesem Jahr, der zu den meisten Auswärtsspielen ohne Mannschaftsarzt anreist. Hoffentlich rächt sich dies nicht noch einmal.

Jetzt aber zu den positiven Aspekten der 1:4-Niederlage am Betzenberg: Ohne Grover Gibson, Neuzugang Manuel Bölstler, Nils-Ole Book und Daniel Thioune eine recht ansprechende erste Spielhälfte abgeliefert zu haben, verdient allerhöchsten Respekt. Schließlich geschah dies alles vor knapp 36 000 Zuschauern. Da stimmten nach anfänglich respektvollem Auftritt Taktik, Einstellung und Kampfgeist. Mit etwas Glück hätte Kevin Großkreutz nach 30 Minuten getroffen und die Ahlen hätten mit mehr als nur dem einem Tor von Lars Toborg in Führung gelegen. Die „Roten Teufel“ taten sich gegen geschickt agierende Ahlener lange Zeit sehr schwer, waren spielerisch schwach, lebten nur von langen und hohen Bällen sowie ihren Standards, so dass für einige der anwesenden Beobachter auf der Pressetribüne die Partie zum Seitenwechsel schon gelaufen war.

Das dies nicht geschah, lag an Ahlens Spiel ab der 60. Minute. Bis dahin hatten die Rot-Weißen trotz erhöhten Lauterer Drucks ihr Tor noch sauber gehalten. Als jedoch Baldo di Gregorio gleich zweimal patzte war dies der Anfang vom Ende. Immer besser griff nach diesem Ausgleichstreffer jetzt die Taktik des FCK, Ahlens Spiel schon bei Lars Toborg zu stören. So hatten die Gäste im Spiel nach vorne keine Anspielstation mehr. Da zudem im Mittelfeld Michael Wiemann, Jens Bäumer und Philipp Heithölter mehr und mehr überfordert waren und neben der Grundordnung auch die Zweikämpfe immer häufiger verloren wurden, wurde das Pfälzer Übergewicht immer größer, weitere Treffer nur noch eine Frage der Zeit. Wer weiß, dass am kommenden Freitag gegen Freiburg mit Marinko Miletic (fünfte Gelbe Karte) sowie den verletzten Bölstler, Heithölter, Book und Thioune fünf vermeintliche Stammspieler fehlen, muss sich schon ein bisschen Sorgen machen. Doch wenn RW zur Ordnung zurück findet, ist vielleicht doch etwas möglich.

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