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Lenz-Thema

Schulsanitäter: Immer per Handy erreichbar

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Die Handys von Raphael Steffensmeier und Janice Krause dürfen laut klingeln, jederzeit und überall, auch im Unterricht. Raphael und Janice dürfen dann fluchtartig den Klassenraum verlassen. Die beiden Zehntklässler arbeiten als Schulsanitäter an der Fritz-Winter-Gesamtschule in Ahlen und leisten dort neben dem normalen Tagespensum bis zu drei Mal monatlich freiwillige Präsenzdienste - bei Festen und Veranstaltungen auch ganztägig. Die beiden Schüler erhalten kein Geld, sondern allenfalls Anerkennung - von Lehrern, Mitschülern und den anderen Mitstreitern.

Die Schulsanitäter versorgen Wunden, kleinere Kratzer und „auch schon mal was Größeres wie Asthmaanfälle“, so Raphael. Abgesehen von der Möglichkeit, den Erste-Hilfe-Kurs bei der Führerschein-Ausbildung anzurechnen, sieht der 16-Jährige den Schulsanitätsdienst als Grundlage für einen medizinischen Beruf. „Es hat Vorteile, wenn man sich bewirbt“, glaubt auch Janice.

Der Schulsanitätsdienst ist überaus beliebt: In der vergangenen Bewerbungsphase warfen 80 Schüler ihre Hüte in den Ring, „viele haben einen medizinischen Hintergrund in der Familie“, berichtet Birgit Beckmannshagen als Koordinatorin des Schulsanitätsdienstes. Aber nur 18 Schüler erhielten Zusagen, mehr Plätze gab es nicht. Wegen der großen Nachfrage startete in diesem Schuljahr erstmals eine AG „Gesundheit und Erste Hilfe“. Schon im Juni werden neue Schulsanitäter ausgebildet.

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