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Kirchenjubiläum St. Anna

Schuss auf den Hahn im Dreißigjährigen Krieg

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Neuenkirchen. „Jetzt haben wir es noch geschafft, unter schwierigen Bedingungen die Ausstellung rechtzeitig eröffnen zu können“, begrüßte Pastor Michael Langenfeld die Anwesenden zur Eröffnung. Die Ausstellung „Religiöse Gegenstände in Liturgie und Alltag“ ist die dritte und letzte im Rahmen des Jubiläumsjahres. „Es ist gar nicht so einfach, eine Kirche in eine Kirche zu bringen.“

Außer mit dem großen Modell der St.-Anna-Vorgängerkirche hatte der Heimatverein die Ausstellung weitreichend mitgestaltet. Zum Beispiel mit der originalen Kirchturmspitze der dritten Kirche (die heutige ist die vierte, die zweite wurde bei einem Brand 1742 zerstört). Aus den 1740er Jahren stammt auch der Türdrücker der damaligen Sakristei. Der alte Kirchturm-Hahn aus Kupfer zeigt auf der rechten Seite die Jahreszahl 1638, auf der linken die Zahl 1897. Er stand vermutlich sowohl auf der zweiten St.-Anna-Kirche als auch nach dem Neuaufbau auf der dritten. Die Durchschüsse im Kopf und den Schwanzfedern stammen aus dem Dreißigjährigen Krieg.

Die Hauptgegenstände der Ausstellung in St. Anna sind jedoch aus liturgischem Gebrauch: Kelche, Monstranzen, Ziborien (Speisekelche) von Barock bis Moderne, Verseh-Kreuze und einige hochwertige Priestergewänder. Alle aus St. Anna, St. Josef sowie den Kapellen des Antonius-Stifts und des ehemaligen Krankenhauses. „Gerade an den Kelchen kann man die wechselvolle Geschichte der Gemeinde feststellen“, erläuterte Pastor Langenfeld. „Dass es so viele sind, liegt nicht daran, dass sich die Gemeinde ständig neue kauft, sondern daran, dass jeder Priester zur Weihe seinen eigenen Kelch bekommt. Er hinterlässt ihn der Gemeinde, in der er zuletzt tätig war, es sei denn, er vererbt ihn anderweitig“. So wie Pastor Eberhard Stute es vor seinem Tode getan hat.

Aus der zweiten Kirche kommt der älteste Kelch der Ausstellung, ein gotischer Kelch von 1483. Alle haben zwischen Schale und Fuß einen Nodus (Knoten), meist aus Gold oder mit Edelsteinen verziert. Ein besonderer aus St. Arnold besitzt einen Nodus mit Email-Motiven, das sehr selten vorkommt.

Der zweite Teil der Ausstellung ist für viele noch interessanter - er zeigt die religiösen Gegenstände des Alltags und aus den Haushalten in Neuenkirchen und St. Arnold. Die Eröffnung fand am Mittwoch Abend in St. Josef statt (Bericht folgt).

Die Doppelausstellung ist täglich bis Allerheiligen, 2. November, geöffnet von neun bis zwölf und von 15 bis 18 Uhr. In dieser Zeit ist in St. Anna nur die nordwestliche „Offlumer Tür“ (zur Domschänke hin) geöffnet. Der Eintritt ist frei, eine Spende ist willkommen. Während der Öffnungszeiten kann man bei den Helfern des Heimatvereins auch den neuen „Künstführer St. Anna“ erwerben.

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