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Renate Borgert regiert „Kiwitten“

Schützenfest in der Kiebitzheide

Marita Strothe

Havixbeck - Zum ersten Mal in seiner 89-jährigen Vereinsgeschichte hat der Schützenverein Kiebitzheide seit Samstag eine Schützenkönigin. Mit dem 402. Schuss holte Renate Borgert den Königskiebitz von der Vogelstange auf dem Hof Laubrock. Zum Prinzregenten erkor die neue Majestät ihren Ehemann Norbert.

Am frühen Nachmittag waren die Kiwitten unter dem Kommando von Spieß Bruno Möller auf dem Hof in der Bauernschaft Walingen angetreten, um dem noch amtierenden Königspaar 2010, Horst Hendrik und Sylvia Hölscher, sowie deren Vorgängern Ralf Schramm und Marion Rotert Meldung zu machen.

Zügig bestiegen die vier Majestäten zusammen mit den „Kiebitzküken“ der Familie Hölscher die prächtig geschmückte Kutsche. Zur Musik des Spielmannszugs der Feuerwehr Coesfeld startete ein bunter Marsch durch die Kiebitz- und die Pferdekampsheide. Offiziere in ihren schmucken Uniformen voran, gefolgt von Fahne, Kapelle, Königskutsche, „gemeinem“ Fußvolk, einer Schar Kiebitzküken in grünen T-Shirts und den weiblichen „Kiebitzkrähen“ am Schluss, schlängelte sich das Bataillon durch das Wohngebiet. Da ließ sich selbst Petrus erfreuen, schloss die Schleusen des Himmels und schickte sogar einige Sonnenstrahlen.

Dann hieß es: „Auf zur Vogelstange.“ Traditionell gab der amtierende König unter den wachsamen Augen von Schießmeister Werner Möller den ersten Schuss auf den von Adolf Bosfeld gebauten Vogel ab. Beim 19. Schuss, abgegeben von Hannes Grundmann, fiel der Apfel zu Boden. Das Zepter büßte der Kiebitz mit dem 24. Schuss von Thorsten Holm ein. Seine Krone verlor er beim 37. Schuss, den Stefan Grundmann platzierte.

Den Insignien seiner Macht beraubt, sträubte sich der Kiebitz dann noch eine ganze Weile, seine hölzernen Federn zu lassen. Erst mit dem 185. Schuss schaffte es Ralf Schramm, ihm den ersten Flügel zu nehmen. Damit machte sich Schramm zum Bierkönig, der den Schützenbrüdern 30 Liter Freibier ausgeben durfte. Hannes Grundmann glückte es mit dem 228. Schuss, den zweiten Flügel abzuschießen.

Auch auf einer Leinwand im Festzelt verfolgten die Kiwitten erstmals per Videoübertragung den spannenden Kampf die Königswürde, der am Ende zwischen Werner Böckenholt, Claus Gottschalk, Thorsten Holm und eben auch „Kiebitzkrähe“ Renate Borgert entschieden wurde.

Dass zum guten Schluss sich erstmals eine Frau die Regentschaft sicherte, lag auch an dem besonderen Ansporn, den Renate Borgert durch Familientradition hatte. Auf den Tag genau vor 30 Jahren wurde ihr Vater König beim Schützenverein Hubertus in Münster-Angelmodde.

Mit der Proklamation der neuen Schützenkönigin durch den zweiten Vorsitzenden Dominik Lohmann begann am Abend der Königsball im Festzelt. Das Regentenpaar wurde von den Ehrenpaaren Marianne und Werner Möller sowie Andrea und Klaus Raupach begleitet. Nach dem Ehrentanz der Königin zur Musik der Band Rainbow füllte sich schnell die Tanzfläche mit immer mehr Feiernden.

Bis in die frühen Morgenstunden ging es im Festzelt bei den Kiwitten und ihren Gästen aus den Nachbarvereinen hoch her. Aber am Sonntag waren dann wieder alle fit genug, um gemeinsam den traditionellen Familienfrühschoppen zu genießen.

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