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Schwarz-Gelb und die Liste der Grausamkeiten

wn

Berlin - Ein Traumpaar sieht anders aus - so wie im vergangenen Herbst, als Angela Merkel und Guido Westerwelle den schwarz-gelben Aufbruch ausriefen. Am Montag präsentierten sich beide geradezu ausgelaugt nach einem Sonntag und einem halben Montag voller Spargezerre. Es klang nicht gerade überschwänglich, als die Kanzlerin beschwor, sie sei „optimistisch“, die gewaltigen Sparvorgaben für die Etats der kommenden Jahre schaffen zu können. Wobei sie ihrem Nachbarn in die Augen blickte.

Die Ausstrahlung der Koalition ist widersprüchlich. Im Kanzleramt schnürt die schwarz-gelbe Regierung ihr rigoroses Sparpaket - die letzte Chance einer Bewährungsprobe. Und zugleich fliegen zwischen den Koalitionspartnern weiter die Fetzen - ganz besonders zwischen CSU und FDP. Dabei demonstrieren Merkel und Westerwelle Schulterschluss wie schon lange nicht mehr.

Keiner von beiden versucht Profilierung auf Kosten des anderen, als sie vom „einmaligen Kraftakt in den letzten Stunden“ berichten, wie es Merkel ausdrückt - und den Adenauer-Klassiker vom „Ernst der Lage“ bemüht.

Seite an Seite gegen den Vorwurf der sozialen Ungerechtigkeit, der bei Opposition und Gewerkschaften schon während des Tauziehens im Kanzleramt laut geworden ist. Merkel verweist auf eine „beträchtliche Beteiligung der Wirtschaft“.

Vorerst auch keine Gelder für den Wiederaufbau des Berliner Schlosses: Ihr Beispiel für ihre Feststellung: „Wir können uns nicht alles, was wir uns wünschen, leisten.“

„Fair und gerecht“: Darauf legt auch Westerwelle Wert. Und auf die „sehr gute Nachricht“, dass keine Steuererhöhungen geplant seien.

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