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Filmrezensionen

„Schwerkraft“: Lust am Erzählen

Gian-Philip Andreas

Im Januar hat der Film„Schwerkraft“ beim Max-­Ophüls­Festival vier Preise abgeräumt, und nach den ersten Minuten von Maximilian Erlenweins Langfilmdebüt wird schnell klar, warum.

Souveräner, kinobewusster und schauspielerisch konsequenter ziehen deutsche Filme selten vom Leder. Perfekt muss der Film deshalb nicht sein.

Er will zu viel von allem, aber er imponiert durch die kompromisslose Lust am Erzählen, die Erlenwein zelebriert, und durch Fabian Hinrichs´ kongeniale Tour de Force in seiner Rolle als entfesselter Bankangestellter. Als sich ein verzweifelter Kreditnehmer direkt vor ihm am Schalter in den Kopf schießt, läuft das festgezurrte Leben Frederik Feinermanns aus dem Ruder.

Beim Rache-Einbruch in die Villa seines Chefs trifft er Ex-Kumpel Vince (Jürgen Vogel als eine Art Tyler Durden in „Fight Club“), der ihn dazu bringt, die Fesseln seiner Yuppie-Existenz kriminell zu sprengen.

Der Spaß an der Eigendynamik bringt Erlenweins Film all das, was Hans Weingartners verunglückte Schnöselbefreiung „Free Rainer“ vermissen ließ.

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