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Schwierige Aufgabe für Richter

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Heino Hambrecht fährt jeden Tag lange mit dem Auto zur Arbeit. Der Bäcker aus Baden-Württemberg wohnt weit von seinem Arbeitsplatz entfernt. Das ist nicht nur anstrengend, sondern kostet ihn auch viel Geld.

Bis vor einiger Zeit bekam er vom Staat Teile davon zurück. Das war die sogenannte Pendlerpauschale.

Mit einem neuen Gesetz wurde das geändert – und Heino Hambrecht muss selber mehr bezahlen. Weil er das ungerecht findet, klagte der 37-Jährige vor Gericht. Damit ist er nicht allein. Auch andere Menschen finden die neuen Regeln nicht richtig. Deswegen beschäftigt sich nun auch das oberste Gericht damit – das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe in Baden-Württemberg.

Die Richter, die rote Roben tragen, haben eine schwierige Aufgabe: Sie müssen entscheiden, ob die neue Regelung gerecht ist und zu den wichtigsten Gesetzen bei uns im Land passt. Dazu gibt es unterschiedliche Ansichten. Einige Fachleute meinen, die Fahrt von zu Hause zur Arbeit sei Privatsache. Wer also weit weg wohnt, könnte ja umziehen, wenn ihn das stört. Andere Experten finden das ungerecht. Sie fragen: Warum sollen bestimmte Arbeitnehmer so viel draufzahlen, wenn sie zur Arbeit gehen wollen?

Schwierig ist, dass die neue Regelung Unterschiede zwischen den Menschen macht. Die, die recht nah an der Arbeit dran wohnen, bekommen gar kein Geld mehr vom Staat. Andere dagegen kriegen zumindest ein bisschen dazu, wenn sie wie der Bäcker Heino Hambrecht weit weg wohnen. Die Richter in Karlsruhe wollen daher auch klären, ob das so in Ordnung ist. Ein Urteil gibt es aber noch nicht, sondern vermutlich erst irgendwann bis zum Ende des Jahres.

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