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Briten im Hochzeitsrausch

Schwung für die Monarchie

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Die Hochzeit von Prinz William und Prinzessin Catherine war eine perfekte Inszenierung: Vom Eintreffen der Gäste in der Westminster Abbey bis zum Kuss auf dem Balkon des Buckingham-Palasts war alles so, wie es sein sollte. Ein würdiger, ein prachtvoller Rahmen für ein historisches Ereignis. Immerhin schlägt die britische Monarchie mit der königlichen Hochzeit ein neues Kapitel auf.

Selten war die Zustimmung zu den Royals größer als dieser Tage. Die wenigen Republikaner im Land haben den Kampf um die Abschaffung der konstitutionellen Monarchie vorerst vertagt. Der Volkswille ist eindeutig.

Ein erblicher Herrscher, witzelte Thomas Paine schon vor 300 Jahren, mache ebenso viel Sinn wie ein erblicher Zahnarzt. Aber auch in demokratischen Zeiten hat die Monarchie für die Briten keine Legitimationsprobleme. Der Souverän hat die Hoheitsrechte, die er früher besaß, eingetauscht für Prestige und Popularität.

Heute dient er als nationale Identitätsfigur. So ist die Hochzeit das Beste, was der Monarchie passieren konnte. Sie injiziert ein gutes Stück Jugend in eine uralte Institution, stellt sicher, dass die Show weitergehen wird, und liefert den Untertanen ein prächtiges Spektakel in schweren Zeiten. Und mit William und Catherine bietet man den Briten ein künftiges Herrscherpaar, das sie gerne akzeptieren werden.

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