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Sechsspuriger Ausbau der A1: Anlieger tragen ihre Bedenken vor

Lukas Speckmann

Münster - Die Baustelle ist wohl kaum zu stoppen, aber die Einwände müssen gehört und bedacht werden: 16 Privatleute haben im Planfeststellungsverfahren zum sechsspurigen Ausbau der A1 zwischen Dortmund-Ems-Kanal und Kreuz Münster-Süd Bedenken erhoben. Sie werden noch bis Mittwochnachmittag bei der Bezirksregierung am Domplatz diskutiert.

Es geht um ein rund viereinhalb Kilometer langes Teilstück, das kurz vor der neuen Kanalbrücke beginnt und unmittelbar hinter dem Autobahnkreuz endet. Sechsspuriger Ausbau heißt: Auf jeder Seite kommen drei Meter hinzu. Zum Ausgleich wird eine viereinhalb Hektar große Fläche aufgeforstet - in rund fünf Kilometern Entfernung, das Gelände liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Ascheberg.

32,5 Millionen Euro kostet die Baumaßnahme; ein Großteil davon wird mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket I bestritten. Brisant wird die Sache vor allem durch die neue Anschlussstelle Amelsbüren am Kappenberger Damm. Dafür wird eine neue Brücke über die Autobahn gebaut, sodass die Straße einige Meter weiter südlich verläuft.

Ulrich Michael, Verkehrsdezernent der Bezirksregierung, leitet die Sitzung; seine Aufgabe besteht darin, die Interessen womöglich auszugleichen. Sehr viele Einwände seien es nicht, bestätigt er; schließlich werde nur eine kleine Fläche neu bebaut.

Sorgenkind Nummer eins ist der Lärmschutz. Die Planung sieht vor, direkt hinter dem Kappenberger Damm einen zehn Meter hohen Wall zu bauen. Allerdings kommen Straßen und Gebäude etwa am Von-Renesse-Weg und an der Wiedau­straße so dicht heran, dass hier nur eine sechs Meter hohe Lärmschutzwand infrage kommt. Insgesamt wird ein etwa 1,2 Kilometer langes Teilstück abgeschirmt; zusätzlich soll hier offenporiger Asphalt für Lärmschutz sorgen.

Die Vertreter öffentlicher Belange waren mit ihren Anmerkungen rasch durch. Die Einwände der Privatpersonen stehen auch heute noch auf der Tagesordnung der nichtöffentlichen Sitzung; sie beziehen sich fast ausnahmslos auf das Thema Lärmschutz. Ein Anlieger bemängelt etwa, dass die Behörde wenigstens hätte berechnen können, was die Verwendung von Flüsterasphalt auf der ganzen Strecke gekostet hätte - und dass man über eine Lärmschutzwand auch am sensiblen Autobahnkreuz sprechen sollte. Zudem wurde eine wenigstens nächtliche Geschwindigkeitsbegrenzung auf 100 Stundenkilometer angeregt.

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