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Sensation lag in der Luft

Niklas Groß

Vorhelm - Der Vorwärtsgang stockte, die Beine lahmten, allein der Weg zur Mittellinie muss ihnen in den Schlussminuten wie eine Weltreise vorgekommen sein. Dass Westfalia Vorhelms A-Junioren beim Stande von 1:2 gegen den VfL Bochum nicht alles nach vorne warfen, um eine Verlängerung im Westfalenpokal-Achtelfinale zu erzwingen, war am Mittwochabend 22 wundgelaufenen Beinen geschuldet. Gleichwohl war es durchaus folgerichtig, dass die Gastgeber nicht vogelfrei nach vorne stürmten, war das Resultat gegen den Bundesligisten aus Bochum doch durchaus verwaltenswert. Lediglich mit einem Tor Unterschied (1:2) mussten die heimischen A-Junioren den Gästen aus dem Ruhrgebiet den Vortritt lassen auf dem Weg ins Viertelfinale.

Die Westfalia erwartete den VfL tief in der eigenen Hälfte und nahm den Gästen so jegliche Möglichkeit, Tempo aufzunehmen. Und fand der VfL doch mal eine Lücke im Westfalia-Bollwerk, verschoben die Gastgeber bemerkenswert und stopften diese wieder. So blockten der starke Vorhelmer Schlussmann Melvin MacCarthy (9.) sowie Christian Schmidt (31.) in letzter Sekunde vor einschussbereiten Bochumern.

Auf der anderen Seite hätte Simon Windgätter mit etwas mehr Mut im Fuß schon in der Anfangsphase zur Vorhelmer Führung einschießen können, wagte es jedoch nicht, den weit aufgerückten VfL-Schlussmann Daniel Heuer Fernandes aus der Ferne zu überlupfen. Oliver Albrecht machte es nach 37 Zeigerumdrehungen besser, überspielte den baumlangen Bochumer Pascal Thomas am Strafraumeck und ließ Keeper Fernandes mit einem satten Schuss aus zwölf Metern keine Abwehrchance. Die rund 300 Zuschauer waren außer sich und mochten es kaum glauben.

Bochums Coach Dariusz Wosz war restlos bedient: Er reagierte nach dem Gegentor mit einem Vierfach-Wechsel auf die eines Bundesligisten unwürdige Darbietung zahlreicher seiner Schützlinge. „Ich habe einigen Spielern heute die Chance gegeben, sich für die Startformation zu empfehlen. Der Schuss geht im Grunde immer nach hinten los. Die Wechsel waren ein deutliches Zeichen an mein Team“, so Wosz, der die Halbzeitpause wortlos an der Trainer-Kabine verbrachte.

Seine Farben hatten umso mehr verstanden. Erst jetzt schnürte Bochum die Vorhelmer Westfalia am eigenen Strafraum ein und häufte einen Berg von besten Torgelegenheiten an. Während Kevin Vogt und Thorben Kirschstein noch verzogen, fand Oguzhan Kefkir die Lücke und lochte zum 1:1 ein. „Ist natürlich bitter, dass wir in diesen Minuten in Unterzahl waren“, ärgerte sich Vorhelms Trainer Ralf Pottgüter über die krampfbedingte Behandlung von Abwehrspieler Simon Büscher. Schließlich schlug der VfL durch Steven Behrens wenig später nochmals zu und siegte mehr als glücklich.

W. Vorhelm: MacCarthy - Schmidt, L. Windgätter, Engelke (84. Brüggemann), Büscher (69. P. Lökes) - S. Windgätter, Albrecht (84. Montoya Barea), Pottgüter, Linnemann, Woestmann - Weber (58. Brehe)

VfL Bochum: Heuer Fernandes - Stahmer, Thomas, Schattauer, Kirschstein - Haufe, Ujma (40. Demir), Opiola (40. Vogt), Adeoye (40. Behrens) - Avci, Möller (40. Kefkir)

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