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Servus, Herr Ministerpräsident

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Und Tschüss! Einer der bekanntesten Politiker in Deutschland verabschiedet sich am Wochenende von der Macht. Zumindest will Edmund Stoiber seine zwei wichtigsten Ämter niederlegen. Das heißt, dass er von Oktober an nicht mehr Ministerpräsident im Bundesland Bayern ist. Auch Chef der größten Partei in Bayern, der CSU, ist er dann nicht mehr. Stoiber feiert heute seinen 66. Geburtstag – und eigentlich könnte er in dem Alter in Rente gehen. Viele andere Großväter arbeiten dann längst nicht mehr.

Ein richtiger Ruhestand wird Edmund Stoibers Zeit nach seinem Ausstieg wahrscheinlich aber nicht. Bekannte Politiker bekommen oft viele Angebote, etwas Neues anzufangen – auch dann, wenn sie schon Rentner sind.

Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder zum Beispiel arbeitet jetzt vor allem in der Wirtschaft – unter anderem für eine große Firma, die eine Gasleitung von Russland nach Deutschland plant. Außerdem hat er ein Buch geschrieben. Er ist 63 Jahre alt. Heide Simonis stand früher an der Spitze eines deutschen Bundeslandes – so wie Stoiber. Sie war Ministerpräsidentin in Schleswig-Holstein. Jetzt leitet die 64-Jährige die Arbeit einer großen Hilfsorganisation für Kinder. Sie ist Vorsitzende von Unicef in Deutschland.

Auch Edmund Stoiber kann sich jetzt neue Aufgaben aussuchen. Vorstellen könnte er sich, Präsident des FC Bayern zu werden. Schließlich ist er Fußballfan. Fest steht schon jetzt, dass Stoiber bald für die Europäische Union etwas tut. Als Chef einer Expertengruppe soll er sich dafür einsetzen, dass die Regeln der Europäischen Union einfacher werden. Das ist aber nur ein Teilzeitjob, meinte Stoiber. Er will erst im Oktober in Ruhe entscheiden, was er machen will. „Lassen sie sich überraschen“, sagte er den Journalisten in den letzten Wochen immer wieder.

Auf dem größten Volksfest in Deutschland, dem Oktoberfest in München, sagte Stoiber, dass er auf weitere Enkel hofft. Stoiber hat drei Kinder und drei Enkel. Seine Ehefrau Karin glaubt aber nicht, dass ihr Mann häuslich wird. „Mein Mann wird nicht zu Hause sein, da bin ich sicher“, sagte sie. Dazu passt auch, dass Stoiber demnächst mit vielen ehemaligen Mitarbeitern ein neues Büro bezieht.(dpa)

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