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Lenz-Musik

Seven: Schweizer Soul mit Glückszahl

wn

Soul aus der Schweiz ist Hörern hierzulande spätestens seit Stefanie Heinzmann geläufig. Seven rennt mit seinem Sound also offene Türen ein. „Focused“, das deutsche Debüt des 30-Jährigen, steckt voller funkiger schweizerisch-relaxter Soul-Songs - und einer Single-Auskopplung, die die falsche Entscheidung sein könnte . . .

Es ist nicht so, dass Seven bislang brotlose Kunst betrieben hat. Doch der große Durchbruch war dem talentierten Schönling in mehreren Jahren als Musiker nicht gelungen.

Dabei hätten seine Supports bei Destinys Child und Lionel Richie Sprungbretter sein können. Doch Sevens Karriere zündete nicht. Er hatte einfach Pech - und das, obwohl er sich nach seiner Glückszahl Sieben benannt hat. Erst nach zehn Jahren Musikkarriere kam kürzlich das Angebot eines großen Musiklabels. Und siehe da: Der Erfolg wurde plötzlich planbar. Marketing ist manchmal schon die halbe Miete.

Die Lieder auf „Focused“ haben richtig Potenzial. Bei „Let Me Be“ tritt beispielsweise Sevens samtig-weiche Stimme in den Vordergrund, auch wenn die Lyrics nicht mehr ganz taufrisch erscheinen. „Like a Rocket“ mutet an wie eine Hommage an Justin Timberlake zu dessen aktiven Musikzeiten - RnB mit viel Zug und einem ganz eigenen Rhythmus. Dagegen ist der bald als Single erscheinende Song „Lisa“ fast etwas zu glatt. Vielleicht denkt der Schweizer über seine Wahl noch einmal nach und nominiert das ultracoole „Go Slow“ für die Radiostationen. Oder „Running“ - ein Track, an dem Jamiroquai richtig Spaß haben könnte.

Seven bringt den Soul nach Deutschland. Eine Clubtour ist angekündigt. Nur wann sie stattfindet, weiß noch keiner.

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