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Sexuell aktiv und geistig fit – Studie zur Generation „50plus“

wn

Osnabrück – Sexuell aktiv, körperlich wie geistig fit und politisch mehrheitlich links: So lautet das Ergebnis einer Studie zur Generation „50plus“, die der Osnabrücker Sozialwissenschaftler Prof. Dieter Otten am Donnerstag vorgestellt hat.

„Die heutigen Alten sind nicht mehr alt im klassischen Sinn“, sagte Otten. Die von ihm als „Wertewandelkoalition“ bezeichnetet Generation sei vielmehr weltoffen, verfassungspatriotisch und hoch vital. Die Ergebnisse beruhen auf Angaben von 3880 repräsentativ ausgewählten Befragten im Alter zwischen 45 bis 70 Jahren. Die Langzeitstudie soll ähnlich der Shell-Jugendstudie Leben und Gedanken dieser Generation beleuchten.

Von den Befragten gaben rund 80 Prozent der Männer und gut 60 Prozent der Frauen an, regelmäßigen und „durchaus variantenreichen“ Sex zu haben. Der Großteil der Befragten ist verheiratet. So verbringen auch 90 Prozent ihre Zeit am liebsten mit Partner oder Partnerin. Die Studie ergab auch, dass Erlebnisreisen, Tanz-Partys und ausgedehnte Kinobesuche bei der Generation hoch im Kurs stehen.

Zugleich werden die Älteren laut Otten die Gesellschaft vor völlig neue Herausforderungen stellen, „wenn sie wirklich alt sind“. Mit 22 Millionen Menschen werde die Generation in naher Zukunft den größten Teil der Gesellschaft bilden. Das werde auch Auswirkungen auf die politische Lage in Deutschland haben. Denn anders als in der Vergangenheit stehe die mit 45 Prozent größte Wählergruppe nicht mehr rechts von der Mitte, sondern links. „Verhältnisse wie in Bayern werden künftig der Vergangenheit angehören.“

Das Wählerverhalten könne sich nach Ansicht des Wissenschaftlers bereits bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr auswirken. Wenn es CDU/CSU und der FDP nicht gelinge, eine bürgerliche Mehrheit hinter sich zu versammeln, werde das für lange Zeit so bleiben.

Darüber hinaus fanden die Forscher heraus, dass rund 60 Prozent der Generation 50plus auch nach dem 65. Lebensjahr gerne weiterarbeiten würden, und zwar so lange es geht – die Hälfte davon im angestammten Beruf, die andere würde laut Otten sogar gern etwas Neues anfangen.

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