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„Show-down“ in der Heide

Münster. Am Wochenende zählt es für Ingrid Klimke, fällt die Vorentscheidung, ob die für den RV St. Georg startende Vielseitigkeitsreiterin den Sprung zu den von Peking nach Hongkong ausgelagerten Olympischen Reiterspielen 2008 schafft...

Uwe Peppenhorst

Münster. Am Wochenende zählt es für Ingrid Klimke, fällt die Vorentscheidung, ob die für den RV St. Georg startende Vielseitigkeitsreiterin den Sprung zu den von Peking nach Hongkong ausgelagerten Olympischen Reiterspielen 2008 schafft. Schauplatz des „Show-downs" ist das Reiterdorf Luhmühlen in der Lüneburger Heide. Auf dem Programm steht dort offiziell zwar „nur“ die erste von zwei Olympia-Sichtungen, in Wirklichkeit geht es jedoch fast schon um alles oder nichts. „Die Reiter, die in Luhmühlen die Plätze eins bis fünf belegen, werden anschließend beim CHIO in Aachen die Mannschaft bilden. Und wenn dort nichts passiert, sind sie auch mit Blick auf Hongkong die erste Wahl“, hat Bundestrainer Hans Melzer angekündigt und damit den Druck auf die insgesamt neun Kandidaten mächtig erhöht.

Ingrid Klimke kann mit diesem Druck freilich ganz gut umgehen. Bereits zweimal (2000 in Sydney und 2004 in Athen) war sie bei Olympia dabei. In Sydney war sie dabei mit dem Schimmel Sleep Late im Mannschafts-Wettkampf (hinter Australien, Großbritannien und den USA belegte das deutsche Team Platz vier) knapp geschlagen vom Australier Stuart Tinney mit Jeepster die zweitbeste. Eine Medaille dafür gab es freilich nicht. Vier Jahre später in Athen lief es für Ingrid Klimke persönlich nicht so gut (zum abschließenden Springen konnte sie wegen einer Verletzung von Sleep Late nicht mehr antreten), dafür gewann sie mit der Mannschaft Gold. Lange währte die Freude darüber freilich nicht. Weil nämlich Mannschaftskameradin Bettina Hoy beim Springen zweimal über die Startlinie geritten war, wurde das sportlich errungene Edelmetall anschließend wieder aberkannt.

In Hongkong soll es nun im dritten Anlauf endlich klappen. Dafür freilich muss die Münsteranerin erst einmal die Qualifikation schaffen. Und das wird mit Sicherheit kein einfaches Unterfangen. Immerhin machen sich neben der 40-Jährigen noch acht weitere Reiter/innen Hoffnungen auf die begehrten Tickets. Wenn die mehrfache deutsche Meisterin und Mannschafts-Weltmeisterin von 2006 trotzdem mit einer gehörigen Portion Optimismus nach Luhmühlen reist, dann liegt das daran, dass sie sich in prächtiger Form fühlt. Und Gleiches gilt auch für ihr Pferd FRH Butt’s Abraxxas. „Er ist frisch, munter und tatendurstig“, sagt die Reiterin über ihren Wallach, mit dem sie im vergangenen Jahr beim ersten gemeinsamen Championats-Auftritt, den Europameisterschaften in Rom, auf Anhieb Platz zehn belegte.

In Luhmühlen haben Ingrid Klimke und Abraxxas ihren ersten Auftritt bereits am heutigen Donnerstag. Auf dem Programm steht dann als erste Teilprüfung die Dressur. „Wichtig wäre es, dort gleich ein ordentliches Ergebnis vorzulegen“, weiß Ingrid Klimke um die Bedeutung dieser ersten Teilprüfung. Nach einem Ruhetag geht es am Samstag ins Gelände. Die endgültige Entscheidung fällt schließlich am Sonntag im abschließenden Springen. Und dann hofft die Münsteranerin Grund zum Jubeln zu haben und dem Hongkong-Ticket einen großen Schritt näher gekommen zu sein.

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