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LenzBlog

Show mit Höhen und Tiefen - Echo-Preisverleihung bot viele Stars

Dorle Neumann

Berlin/Münster - Der Kreischfaktor ist noch immer richtig groß - erst auf dem lila Teppich, dann bei der Preisverleihung: Robbie Williams ist und bleibt ein Superstar mit großer Fangemeinde in Deutschland. Der Brite wirkt nach seinem Comeback betont lässig und entspannt - die „Echo-Skulptur“, immerhin die wichtigste deutsche Musikauszeichnung, wollte er grinsend kurzerhand schnell einstecken.

Doch da waren die beiden Moderatoren Sabine Heinrich und Matthias Opdenhövel vor - und er musste erst die Laudatio von Oliver Kahn über sich ergehen lassen. Der Fußball-„Titan“ zog sich aber ganz geschickt aus der Affäre, lobte gar die Kickerkünste des „bekennenden Fußballfans“ Williams - was dieser äußerst amüsant fand und mit Faxen kommentierte. Am Ende erklärte Kahn charmant, der Popsänger sei eben ein „echter Titan“.

Die Liste der Stars auf der Bühne der Berliner Messe war beachtlich - nationale und internationale Größen erlebten allerdings nicht nur Höhepunkte in der Show, sondern auch einige Momente, die dem Anlass wenig angemessen erschienen. So präsentierte sich die Akustik bei einigen Acts - bei Sadé, bei Gossip oder beim Quartett Adel Tawil, Till Brönner, Gentleman und Cassandra Steen - ausgesprochen mäßig.

Nina Tschirners Laudatio auf Peter Fox, der im Schlabberlook aus der festlichen Reihe tanzte, war am Rande der Peinlichkeit, während Marius Müller-Westerhagen bei seinen Worten an Cassandra Steen in eine predigende Attitüde rutschte.

Der Versuch von Opdenhövel, mit Sadé über Haarshampoos zu fachsimpeln, ging wegen der versagenden Technik ebenso daneben wie Heinrichs Ansinnen, mit Robbie Williams ein Date für den nächsten Echo zu machen. „Ich weiß gar nicht, was du gerade von mir willst“, wunderte sich Williams zu recht. Und von Hapé Kerkeling hat man auch schon Witzigeres gesehen als den gestrigen Auftritt als Uschi Blum im wallenden weißen Pelzmantel mit dem Dschingis-Khan-Verschnitt „Moskau“.

Pikant war auch die Preisübergabe an Sido für das beste nationale Video: Oliver Pocher war der Laudator - und dessen Lebensgefährtin Sandy Meyer-Wölden hat den Rapper wegen Beleidigung angezeigt. Doch beide benahmen sich ganz gesittet zueinander.

Zu den schwungvolleren Acts gehörte sicher die Hommage an Michael Jackson, der in die „Echo Hall of Fame“ aufgenommen wurde. Und auch die Sängerin Kesha ließ es bei ihrem Auftritt prickeln.

Die meisten, nämlich drei Statuen heimste Lady Gaga ein. Trotzdem blieb sie der Verleihung fern. Ihr Hit „Poker Face“ erhielt einen Echo, zudem siegte sie in den Kategorien „Künstlerin international“ und „Newcomer international“.

Den Echo für das Lebenswerk erhielt ein echtes „Urgestein“ der deutschen Rock- und-Pop-Szene: Peter Maffay. Laudatorin Nena erinnerte an sein Engagement für traumatisierte Kinder, lobte seine Warmherzigkeit und nannte ihn eine „Inspiration“ für andere Künstler.

Da sich die meisten Künstler sich so „ganz spontan“ dann doch bei sehr vielen Menschen - Mitarbeitern und Familie - bedankten, dauerte die ganze Show viel länger als geplant. Trotzdem wurde danach in der Messe noch bis in die Nacht gefeiert.

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