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Silvester 2007

Silvester-Feuerwerk belastet Luft mit Feinstaub und Treibhausgasen

wn

Dessau/München – Silvesterknaller sind wahre Luftverpester: Sie belasten die Atmosphäre mit Treibhausgasen und einer Rekordmenge Feinstaub. „Nach Mitternacht nimmt die Feinstaubkonzentration in den Städten sprunghaft zu“, sagte Arno Graff vom Umweltbundesamt in Dessau in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Neujahr sei die Feinstaubbelastung so hoch wie an keinem anderen Tag im Jahr. In der ersten Stunde nach dem Jahreswechsel würden bis zu 4000 Mikrogramm Feinstaub in einem Kubikmeter Luft gemessen. Zum Vergleich: Der Jahresdurchschnitt in den Großstädten liege bei 30 bis 40 Mikrogramm (millionstel Gramm). Feinstaub kann die Atemwege schädigen und Herz-Kreislauf-Probleme verursachen.

Die rund 10 000 Tonnen Feuerwerk der Deutschen belasten zudem die Atmosphäre mit verschiedenen Treibhausgasen, deren Klimawirkung rund 2300 Tonnen Kohlendioxid entspricht. Das hat die Landwirtschaftliche Versicherungsanstalt Münster nach Angaben des Versicherungskonzerns Allianz ermittelt. Dies entspreche 25 Gramm CO2 pro Kopf der Bevölkerung oder 550 Überseeflügen von München nach New York und wieder zurück. Da jeder Einwohner in Deutschland pro Jahr rechnerisch rund zwölf Tonnen CO2 freisetze, falle der Beitrag durch das Silvester-Feuerwerk allerdings vergleichsweise gering aus.

Bei einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Allianz erklärten 77 Prozent der Befragten, ihnen falle zum Thema Silvester-Feuerwerk vor allem Geldverschwendung ein. Rund 71 Prozent fürchten sich vor Verletzungen, 63 Prozent halten die Müllberge für problematisch und etwas mehr als die Hälfte denken an Sachbeschädigungen. Die deutschen Versicherungen zahlen laut Allianz jährlich rund 40 Millionen Euro für mehr als 22 000 Sachschäden, die in der Weihnachtszeit und der Silvesternacht entstehen.

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