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Snow Patrols neues Album: Eisfreie Gefühle

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Bryan Adams kennt das Phänomen ganz gut. Oder die Plain White Ts. Da macht man mal einen (oder mehr) Balladen, die schlagen zur richtigen (Jahres-)Zeit am richtigen (weil kuscheligen) Ort ein und schon ist man als Romantiknummer markiert. Oder gebrandmarkt. Oder verschrien. Auch wenn man abseits von Akustikgitarren und Wimmergesang auch richtig draufhauen kann.

Ganz so weit ist es mit den Jungs von Snow Patrol nicht. Wenn es auch eine Ballade – nämllich „Chasing Cars“ – war, die ihnen vor zwei Jahren den richtig fetten Durchbruch bescherte. Denn heute erscheint ihr insgesamt fünftes Album und das, so deutet zumindest die erste Auskopplung „Take Back The City“ an, macht klar: Die Band um Sänger Gary Lightbody packt an. In bester Glasgower Manier, denn von dort stammen die fünf Musiker. Sie kommen aus jener Arbeiterstadt, die einst die Simple Minds hervorbrachte und erst jüngst Amy Macdonald dankenswerterweise auf den Kontinent schickte, um ihn mit toller Stimme und schönen Songs zu beglücken. Und das könnte auch Snow Patrol mit „A Hundred Million Songs“, aufgenommen in Irland und Berlin, gelingen.

„Take Back The City“ ist getragen von Garys jungenhaftem Gesang und wuchtigen Riffs, die ein wenig an die Veteranen von U2 erinnern. Wundern dürften solche Parallelen nicht, schließlich waren Snow Patrol schon mit Bono und Kollegen auf Tour. Aber auch wenn die Melancholie dosierter ist: Ganz wendet sich die Band nicht davon ab, den Soundtrack für gepflegten Liebeskummer weiterzuschreiben: „Crack Of Shutters“ zum Beispiel ist so eine intime Nummer, die mit einer Symbiose aus Piano und Orgel gefühlvoll beginnt und hochmelodiös weitergeht. Immer klingt Gary, als singe er daheim für seine Freundin, aber nicht für ein Millionenpublikum.

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