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"Sommer-Fieber"

Sommerfieber mit Rock und Rap im Regen

Jennifer von Glahn

Münster - Pünktlich mit dem Auftritt von Kettcar begann es zu regnen. „Das ist Hamburger Wetter“, skandierten einige Fans aus den mittleren Konzertreihen. Die Antwort von der Bühne vor dem Schloss folgte prompt. „Das haben wir euch extra aus der Hansestadt mitgebracht“, ulkte Marcus Wiebusch, Sänger der hanseatischen Indie- und Popband Kettcar.

Regenreiches Wetter - und das mitten im Sommerfieber. Das tat der guten Stimmung beim Benefizkonzert der Fachschaft Medizin Münster am Samstagabend aber keinen Abbruch. Mit stoischer Ruhe blieben die Konzertbesucher auch im Meimel vor der Bühne stehen, tanzten, sangen, sprangen. Passenderweise begann der Hauptakt mit dem Lied „Deiche“. „Deiche brechen richtig, oder eben nicht“, sang Wiebusch und bekam lauthals Sangesunterstützung aus den Reihen seiner treuen Fans.

Treu sind die fünf Jungs von Kettcar auch dem Veranstaltungsort, denn mit der Indie-Rockband hat vor fünf Jahren alles auf dem Sommerfieber angefangen. Eigentlich sei die Band gerade im Studio, aber ein Anruf aus Münster hätte genügt, um sie herzuholen. Ein Jubiläumsauftritt also, für den guten Zweck. Wie in den Vorjahren ging der Erlös des Benefiz-Open-Air-Konzerts an die Kinderneurologie-Hilfe Münster.

Den guten Gedanken des Konzertes lobte Rapper Dendemann. Der hatte den Massen mit Hip-Hop und Rap-Einlagen eingeheizt. Hits von älteren Alben und neue Titel von seinem aktuellen Album „Vom Vintage verweht“ machten hier die perfekte Mischung aus. Tatsächlich versprühte der Künstler einen Hauch von Retro. Ein T-Shirt, bedruckt mit dem gelben Comic-Vogel Tweety, zu Lederjacke und Käppi erinnerte an die 90er Jahre, seine Bandmitglieder waren in Blousons zu verdrehten Mützen und Unterhemden auf der Bühne unterwegs.

Dendemann verstand es, gute alte Klänge mit Plattenspieler-Kratzern und modernen Instrumenten zu einem unverwechselbaren Klangerlebnis zu kombinieren und würzte das Ganze mit passenden Sprüchen. „Haltet euch alle mal die Augen zu, denn dunkler wird es hier gerade nicht“, so der Hip-Hopper. Später am Abend entließ Martin Jondo die Fans mit stimmungsvollen Raggea-Liedern in einen entspannten, wenn auch nassen Abend.

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