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IVZ-Lokalfenster - Tecklenburger Land

Sonne blendet Schützen vom Archery Club Recke nie

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Recke. Zugegeben: Es ist noch ein zartes Pflänzchen, das da abseits der neuen Umgehungsstraße in Recke gedeiht. Die Rede ist vom Archery Club Recke, kurz ACR. Unter dessen Dach haben sich derzeit 23 Mitglieder zusammengetan, um dem Bogensport nachzugehen. Zwei Mal die Woche nehmen sie Pfeil und Bogen in die Hand und zielen auf die runden Schießscheiben auf dem Gelände des alten Sportplatzes nahe des gemeindlichen Bauhofs. Auf den schmucken Übungsplatz möchte der ACR am Samstag, 9. Mai, in einer kleinen Feierstunde anstoßen.

Für den Platz an der Mettinger Straße sind die Mitglieder und ihre drei Übungsleiter, Laurenz und Sören Berens sowie Winfried Holin, sehr dankbar. Hervorgegangen aus der Behindertensportgemeinschaft Recke ist der Verein seit Februar 2007 eigenständig unter dem Dach des Westfälischen Schützenbundes aktiv. Auf der Suche nach einem Domizil sei der ACR dank der Unterstützung durch Bürgermeister Josef Plumpe auf dem Gelände an der alten Kläranlage fündig geworden, erzählt Vorsitzender Laurenz Berens. Den Platz haben die Mitglieder eigenständig eingerichtet. Auch für dessen Pflege sind sie zuständig. Perfekt sei die Lage des Trainingsgeländes mit Blick auf die Himmelsrichtungen, schwärmt Berens. So würden die Sportler nie von der Sonne geblendet.

Im ACR schießen die aktiven Sportler vom Kindes- bis ins Rentenalter mit so genannten Recurve- und Compoundbögen. Alle Altersklassen trainieren gemeinsam. Disziplin sei das A und O im Bogensport, betont Laurenz Berens. „Schon allein wegen der Gefährlichkeit“, so der Vorsitzende. Aber gerade das mache die Faszination des Bogensports aus. „Es ist einfach die Ruhe, das Konzentrieren auf das Ziel“, beschreibt der Vorsitzende, der durch seinen Sohn Sören zu dem nicht alltäglichen Sport fand.

Neue Mitglieder sind jederzeit willkommen, betonen die Übungsleiter. Auch Frauen und Mädchen sollten sich angesprochen fühlen. Bisher ist der Verein eine reine Männerdomäne. Wer den Sport kennenlernen möchte, brauche zunächst nichts weiter mitzubringen als sein Interesse und die Bereitschaft, sich auf den Sport einzulassen, sagt Winfried Holin, stellvertretender Vereinsvorsitzender. Für eine Zeit lang stellt der Verein die Bögen. Später sei es möglich, die Ausrüstung in Sportgeschäften zu leihen. Zu Beginn werde die Handhabung am Bogen geübt, dazu gehören Körperhaltung und die Technik beim Zielen. „Wer es richtig macht, bekommt keinen Muskelkater“, verspricht Laurenz Berens. Wer sich für die Anschaffung eines eigenen Bogens entscheidet, sollte sich sicher sein, beim Bogensport bleiben zu wollen. Einfache Holzbögen sind ab etwa 300 Euro zu haben. Die technisch ausgefeilten Ausrüstungen machen Investitionen von 1000 Euro und mehr erforderlich.

Die Bögen werden an jeden Schützen individuell angepasst. Bogenlänge und -stärke sowie die Pfeillänge gehören dazu. Gemäß den Standards des Westfälischen Schützenbundes schießen die Sportler auf den international üblichen Distanzen von 18, 30, 50 und 70 Metern. Im Winter allerdings müssen sie sich mit 18-Meter-Entfernungen begnügen. Dann nämlich trainieren sie in der Dreifach-Sporthalle.

Auf ihre Tätigkeit als Schießleiter haben sich Vater und Sohn Berens sowie Winfried Holin in speziellen Kursen in Dortmund vorbereitet. Dort lernten sie die erforderliche Bogensachkunde und absolvierten die Prüfung zum Übungsleiter. Auch, wenn die Schießleiter laut Richtlinien Trainingsstunden geben dürfen, träumt der Verein von einem eigenen Trainer in seinen Reihen. Sören Berens hätte schon Interesse. Und wenn Schule und Ausbildung weniger Zeit in Anspruch nehmen, möchte der 18-Jährige diesen Traum wahrmachen, hat er sich vorgenommen.

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