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Schützenfeste im Kreis Coesfeld

Spontan König geworden

Daniel Peters

Darup - Ein Abstauber, so könne der Königsschuss von Josef Wewering treffend beschrieben werden, meinte beim Frühschoppen der Magdalenen-Bruderschaft Darup Schriftführer Benedikt Wessling. Geplant war die Königswürde jedenfalls nicht. „Das war aus dem Bauch heraus“, erzählt Wewering rückblickend. „Meine Frau hat mich angeguckt, da wusste ich, dass ich ruhig loslegen kann.“ Er schießt vier oder fünf Mal auf den Vogel - so genau weiß er es nicht mehr - bis dieser um 17.50 Uhr mit dem 93. Schuss fällt. Zur Königin nimmt er sich Josefine Schlätker. Ihr Mann war vor vier Jahren König, die Frau von Josef Wewering damals Königin. Draußen toben die Kinder, im Zelt teilen sich Erwachsene Tische und Freibier. „Von jung bis ganz alt - hier trifft sich alles“, unterstreicht der 23-jährige Benedikt Konermann den Eindruck, der sich beim Betreten des Zeltes ergibt. Das Besondere am Daruper Schützenfest: „Der Zusammenhalt und die familiäre Atmosphäre.“ Applaus kommt auf, als Rubinkönig Josef Wilde geehrt wird. Der Tisch der Fahnenschläger singt immer wieder seinen Namen. „Schön, dass man nach 40 Jahren noch immer dabei sein kann“, freut er sich später. Nachdem er seine Ehrung entgegengenommen hat, muss der 71-Jährige erstmal einige Tränen wegwischen. Ein zukünftiger König kündigt sich indes schon an. Steffen Wewering, der Sohn des Amtierenden. „Es gibt nichts Schöneres“, meint er zum Triumph seines Vaters. Fügt dann aber hinzu: „Außer, wenn man selbst König ist.“ Das will der 18-Jährige auch noch schaffen.

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