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Spontane Spenden ermöglichen Hilfe für Ridhwaana aus Bangladesch

Martina Döbbe

Münster - Sie kann nicht allein sitzen. Sie kann nicht allein gehen. Sie kann nicht allein essen. Aber sie kann lachen. Und ganz allein damit erobert sie im Handumdrehen die Herzen anderer Menschen. Vier Jahre ist Ridhwaana, ein Mädchen aus Bangladesch.

Für knapp ein Jahr ist Münster das Zuhause ihrer kleinen Familie - und seit einer Woche das Heinrich-Piepmeyer-Haus ein echter Rettungsanker. Mit intensiver Therapie wird Ridhwaana dort im Eltern-Kind-Kurs gefördert und betreut. Zwei Wochen lang täglich volles Programm - Ziel ist, die Bewegungsstörungen der Arme und Beine zu behandeln, Knochen- und Muskelaufbau zu fördern und dafür zu sorgen, dass die Kleine ihr fröhliches Lächeln nicht verliert.

Möglich wird das durch eine Welle der Hilfsbereitschaft, die Andrea Espei angestoßen hat. Die Leiterin des Eltern-Kind-Kurses hat dafür gesorgt, dass verschiedene Menschen an einem Strang ziehen - durch Geld- und Sachspenden ist ein dickes Paket daraus geworden. Die Kosten für die zwei Wochen stationär im Piepmeyer-Haus gehören ebenso dazu wie ein extra für Ridhwaana angefertigter Rollstuhl, den die Eltern anschließend mit nach Hause nehmen dürfen.

Andrea Espei ist immer noch „ganz platt“, aber auch ganz glücklich über diese spontane Unterstützung von Heinrich Trame und Damian Leonidas (Firma Multifit), Peter Vallée (Reha Kids & Care), Martin Hölper (Firma Siebeneck) und Christian Gäher (Sanitätshaus Gäher) sowie eine Privatspende. „Sonst wäre eine solche Aktion nicht möglich“, weiß sie ganz genau.

Ridhwaanas Papa Mohammad Ruhul Amin macht in Münster seinen Master in Geoinformatik und bekam von seinem Vermieter den Hinweis auf das Piepmeyer-Haus. Samt Ehefrau Shiuli Pervin und Töchterchen stand er vor der Tür an der Hüfferstraße - und dort war schnell klar, dass hier geholfen werden muss. Prof. Dr. Dietrich Palm vermutet, dass die Behinderung des Mädchens durch eine Hirnentzündung nach einer Typhus-Infektion im Babyalter ausgelöst wurde.

Aber jetzt geht es aufwärts: Physiotherapeutin Barbara Wolfgramm jongliert perfekt mit Englisch, die Eltern übersetzen auf Bengali - und alle klatschen, wenn Ridhwaana etwas Neues gelingt.

Ihre Eltern strahlen und sagen immer wieder „Thank you all“ in die Runde.

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