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Sportinternat: Lettisches Zentrum wird der Standort

Münster. Von einem „großen Tag für den Sport in Münster“ sprach Edgar Drüge, sportpolitischer Sprecher der CDU. Sein Parteikollege Rolf Branse hingegen befürchtete, dass „der große Tag zum Tiefschlag werden kann“...

Michael Schulte

Münster. Von einem „großen Tag für den Sport in Münster“ sprach Edgar Drüge, sportpolitischer Sprecher der CDU. Sein Parteikollege Rolf Branse hingegen befürchtete, dass „der große Tag zum Tiefschlag werden kann“. Es ging gestern Abend – zunächst im Sportausschuss und anschließend in der Ratssitzung – um den Standort für das neue Sportinternat der NRW-Sportschule.

Nach vielen Argumenten, einigen Anträgen und Änderungsanträgen, eifriger Diskussion und einer kurzen Beratungspause (im Sportausschuss) fiel die Entscheidung letztlich zugunsten des Lettischen Zentrums an der Salzmannstraße aus. Und damit gegen die DJK-Sportschule an der Grevener Straße.

Entsprechend enttäuscht verließen Vertreter der DJK-Sportschule die Ratssitzung und machten ihrem Ärger vor der Tür Luft. Unverständnis auch beim „Verein zur Förderung des Leistungssports“, dem Träger des Internats, der den Standort DJK-Sportschule klar präferiert hatte. Und Kopfschütteln auch bei der versammelten Spitze des Stadtsportbundes, das sich ebenfalls für die DJK stark gemacht hatte, mit der eigenen Argumentation aber nicht bis in jede Fraktion durchgedrungen war. Letztlich hatten sie nur die SPD erreicht.

Dr. Andrea Hanke, Dezernentin für Schule, Kultur und Sport, hatte zuvor im Sportausschuss ausdrücklich betont, dass die Verwaltung es sich keinesfalls leicht gemacht habe, eine Prioritätenliste bei der Standortfrage aufzustellen. „Wir haben die drei Optionen gleichrangig geprüft.“ Gleichfalls verwahrte sie sich gegen den Vorwurf, mit dem Lettischen Zentrum „die Billiglösung“ gefunden zu haben. Sachliche Gesichtspunkte haben eine Rolle gespielt, keinen finanziellen, so auch die Meinung der Grünen. Für sie stellte sich die Frage einer Vertagung dieses Themas nicht, im Gegenteil. „Wir sollten das jetzt ganz schnell beschließen, ehe das gesamte Projekt noch scheitert“, empfahl Hery Klas nach dem Motto: „Augen zu und durch.“

Für Rolf Branse stellte sich das alles ein wenig anders dar. „Ich bewundere den Trägerverein für den Mut, diese gewaltige Aufgabe zu meistern. Und ich finde es sehr bedenklich, einer Lösung zuzustimmen, die den Vorstellungen des Trägervereins diametral entgegensteht. Wenn der Trägerverein seine Konsequenzen zieht, ist die Sache gestorben und wir stehen vor einem Torso.“

Es war eine ganz große Koalition, die dann die Entscheidung herbeiführte. CDU, FDP, Grüne und UWG waren der gemeinsamen Ansicht, dass das Lettische Zentrum den besten Standort für das Internat bedeutet. Und es stimmte auch mit Mehrheit dafür, dass der Trägerverein einen jährlichen Miet- und Betriebskostenzuschuss in Höhe von maximal 40 000 Euro erhält. Die SPD war in beiden Fällen dagegen.

Matthias Fell, Stellvertretender Vorsitzender des „Vereins zur Förderung des Leistungssports in Münster“, verkniff sich einen Kommentar und verwies auf die Vorstandssitzung des Trägervereins am kommenden Montag. Es ist sicher, dass dort die Antwort gegeben wird. Und es ist dabei nicht ausgeschlossen, dass sich der Verein von seiner Aufgabe als Träger des Internats verabschieden wird. Damit wäre der Tiefschlag da, den Rolf Branse angedeutet hatte.

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