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SC Greven 09

Sprung ins Haifischbecken

Winfried Kitzmann

Greven - Die i-Männchen erhalten in diesen Tagen ihre Schultüte. Stolz, gleichzeitig ein bisschen aufgeregt. Wie es dazugehört, wenn ein neues Kapitel im Leben aufgeschlagen wird. Ähnliches gilt für die Handballdamen, die zum ersten Mal in einer eingleisigen Zweiten Bundesliga an den Start gehen. Auch sie sind aufgeregt, wissen noch nicht, was auf sie zukommt. Und auch sie haben eine Wundertüte in der Hand. Denn als solche muss diese Liga bezeichnet werden.

Denn wer weiß schon um die Stärke der einzelnen Mannschaften? Wer hat seine Hausaufgaben gemacht und sich für diese neue Aufgabe verstärkt? Wie kommen die Spielerinnen mit der Tatsache klar, dass sie in Zukunft kaum noch über ein freies Wochenende verfügen können? Wer weiß schon auf all diese Fragen antworten zu geben. Sie werden erst im Verlauf der Saison beantwortet.

Für den einen mögen die Antworten zu spät kommen - und werden sich alsbald aus der Liga verabschieden. Andere wiederum sehen diese Liga als idealen Aufbau, um später in der Ersten Liga klarzukommen.

Dazu zählen sicher einige süddeutsche Vereine, die sich aus der Konkursmasse Sindelfingens bedienen konnten. „Selbst wenn wir wollten, hätten wir gar nicht das Geld dazu, um solche Spielerinnen zu uns zu holen“, sagt die Managerin der 09-GmbH, Eva Wortmann. Die SG BBM Bietigheim hat solche Probleme offensichtlich ebenso wenig wie der TV Nellingen. Beide schlugen noch einmal zu, als der Sindelfingen in Konkurs ging.

Neid ist nun mal ein schlechter Ratgeber, und so versuchen die Grevener Damen, sich in diesem Haifischbecken Zweite Bundesliga zunächst einmal freizuschwimmen. Der Optimismus in der frühen Vorbereitungsphase ist allerdings verflogen - zumindest vorübergehend. Wenn der Kreuzbandriss der jungen Spielerin Maike Esterhaus schon ein Schlag ins Kontor war, dann war die Schulterverletzung von Manja Wörl, die damit monatelang ausfällt, fast schon der Knockout-Punch schlechthin.

Gleichwohl scheint die Mannschaft gerüstet, was nicht zuletzt der Sieg im Pokal gegen den TSV Nord Harrislee gezeigt hat. Mit 9:0 Toren führten die Grevener Damen und hielten bis zu diesem Zeitpunkt die Konzentration hoch. Auch danach waren die Fans begeistert von dem Tempospiel, das die Trainerin offensichtlich in der Vorbereitung weiterentwickelt hat.

Hinzu kommt Elke Thomassen als Verstärkung auf der Linksaußenposition. Ob Monika Kornet dem Team auch so weiterhelfen kann, wird sich erst zeigen müssen. Sie wartet noch auf ihre Spielberechtigung.

„Ich habe beim Pokalspiel ganz entspannt auf der Bank gesessen“, kommentierte 09-Trainerin Franziska Heinz die Situation am vergangenen Wochenende. Eine solche Gelassenheit wird die Trainerin brauchen, will sie die lange Saison mit 30 Spielen auch gesund überstehen.

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