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Stärke und Weitsicht in den Tagen der Trauer

M. Schwienheer

Hopsten. Das Ortsfest der Hopstener Landwirte wurde sehr besinnlich gestaltet. Mehr als 140 Mitglieder füllten den Saal im Hotel Kerssen-Brons. Der Landwirtschaftliche Ortsverein hatte auch alle Betroffenen des schweren Busunglücks vom 18. Juni in Sachsen-Anhalt auf der A14 eingeladen. Ferner waren Ehrengäste aus der Gemeinde, der Landwirtschaftskammer und dem WLV-Kreisverband gekommen. Der stellvertretende Vorsitzende Reinhard Kamphus hieß alle Teilnehmer willkommen.

Orts- und Kreislandwirt Hermann Borchert blickte auf die Stunden und Tage nach dem 18. Juni zurück und dankte Johannes Söntgerath. Der Pfarrer konnte wegen einer starken Grippe nicht wie geplant an der Veranstaltung teilnehmen. Borchert verlas die offizielle Dankesrede: „Herr Pastor, sie haben als Seelsorger und Mensch in den Tagen der Trauer Stärke, Umsicht und Weitsicht bewiesen. Sie haben den betroffenen Angehörigen und Familien mit großer Hilfsbereitschaft zur Seite gestanden. Stellvertretend für alle Seelsorger von der evangelischen und katholischen Kirche, die uns in diesen Tagen der Trauer begleitet und ihren Dienst am Nächsten versehen haben, gilt Ihnen unser herzlicher Dank.“ Besonders denke er an alle haupt- und ehrenamtlich Tätigen der Pfarrgemeinde, so Borchert. Auch für Bürgermeister Winfried Pohlmann sei der 18. Juni wohl der schwerste Tag in seiner bisherigen politischen Tätigkeit gewesen. Seine Aufgabe sei es gewesen, Informationen hereinzuholen, Nachrichten weiterzugeben und gemeinsam mit Pfarrer Söntgerath die Trauerfeier und vieles andere zu organisieren. Borchert: „Beide haben sich bis an die Grenzen der Belastbarkeit für die betroffenen Familien eingesetzt.“ Weiter würdigte der Orts- und Kreislandwirt den Einsatz aller Hilfsorganisationen. Stellvertretend nannte er die Feuerwehrkameraden, das DRK, Familie Hagemann mit allen Mitarbeitern und die landwirtschaftlichen Organisationen. Abschließend forderte der Ortslandwirt alle auf, den Blick nach vorne zu richten. Vielleicht könne auch der besinnliche Nachmittag dazu beitragen. Bürgermeister Pohlmann richtete die Grüße der Gemeinde und Verwaltung aus. Er ging ebenfalls auf die Tragik des 18. Juni ein, „die bis heute wehtut", so Pohlmann. Er erinnerte an die kürzliche Busfahrt mit allen Betroffenen nach Lehrter. Alle Teilnehmer seien zum ersten Mal wieder zusammen gewesen und konnten sich untereinander austauschen. Das habe gut getan, so Pohlmann.

Hopsten sei von 24 Gemeinden im Kreis der Ort mit der größten landwirtschaftlichen Fläche, sagte Pohlmann. 2008 sei geplant, 120 000 Euro für die Unterhaltung von Wirtschaftswegen zu verwenden. Eine Prioritätenliste solle erstellt werden.

Dr. Horst Kiepe, Direktor der Landwirtschaftskammer, richtete die Grüße des Präsidenten Johannes Frizen, des Vorstandes der Kreisstelle und aller Mitarbeiter aus. Kiepe ging kurz auf einige Statistiken ein: Die Ferkelpreise hatten 2006 ein Niveau von 50 Euro, 2007 lagen sie nur noch bei 30 Euro. Dadurch gerate der Betriebszweig in enorme Schwierigkeiten, so Kiepe. Denn im Kreis gebe es 1000 Betriebe mit im Durchschnitt 100 Sauen. Positive Nachrichten hatte der Kammerdirektor für den Bereich Getreide. Der Preis von Futtergerste sei von zwölf Euro auf 22 Euro gestiegen. Auch bei der Butter- und Milchproduktion gebe es eine starke Nachfrage. Ein Problem sei, dass auch die Politik verstärkt Bio-Engerie fördern möchte. So entstünde eine Verknappung der Flächen für die Nahrungsmittelproduktion, so Kiepe. Nach der Kaffeetafel gestalteten Luzia Alscher am Klavier und Leo Schröer ein besinnliches Programm.

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