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Stefanie Heinzmann: „Ich bin total harmlos“

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Es muss eine der ersten Lektionen sein, die Casting-Teilnehmer lernen: Es gibt ein Dutzend Variationen, gegenüber Fans und Journalisten auszudrücken, dass man trotz des Weiterkommens noch immer derselbe sei. Dass man sich selbst treu bleiben wolle. Dass man sich nicht verbiegen wolle.

Trainings, die sie auf ihre neue Existenz als Popstar vorbereiten, hat Stefanie Heinzmann sicher auch gehabt, als sie vor gut anderthalb Jahren an Stefan Raabs Anti-DSDS teilnahm. Seitdem hat sie die Floskel, die so viele Variationen zulässt, so gut mit Leben gefüllt wie kein anderer deutscher Casting-Gewinner zuvor. So gut, dass man ihr auf ihrem zweiten Album „Roots To Grow“ vertrauend abnimmt, dass richtig viel von ihr in den Songs steckt. Sie transportieren einerseits viel musikalische Atmosphäre. Zum anderen sind die Songs sehr authentisch. So wie sich eine 20-Jährige einfach fühlt.

Bestes Beispiel: Im Song „No Reason“ sagt sie, die bei öffentlichen Auftritten immer schüchtern wirkt und sich beim Posieren für die Kameras schwerzutun scheint, selbstverliebten Menschen richtig ihre Meinung. Sie komme viel rum mit ihrer Musik, sagt Stefanie im Lenz-Interview. Und immer wieder habe sie Menschen getroffen, die mit ihrer überheblichen Art eine gute Atmosphäre vergiften, sich selbst aber darüber wundern, warum alle genervt sind. „Jeder kennt doch so jemanden, für den immer die anderen schuld sind.“ Als sie sich einmal mehr über solche Typen aufgeregt habe, habe sie ihr Produzent überzeugt, daraus einen Song zu machen.

Umso mehr verwundert, dass Stefanie an anderer Stelle singt, sie sollte vielleicht ihre wildere Seite suchen. Findet sie sich etwa zu harmlos? „Ich bin total harmlos – und ich finde das nicht schlimm.“ Aber sie sei ein großes Kind, das viel ausprobieren wolle. Auf ihrem neuen Album allerdings hat sie sich nicht nur auf ihre musikalischen Wurzeln konzentriert, die sie Soul, Funk, Rock und Reggae (!) ortet. Bei der Entstehung hat sie sich auf ihre Herkunft aus einem kleinen Dorf im Schweizer Wallis besonnen. Dort fühle sie ihre Wurzeln besonders.

Aus dieser Sicherheit heraus überrascht Stefanie mit einem Duett, das ihre Stimme auf eher ungewohnte Art glänzen lässt: Mit Gentleman („Vor nicht mal zwei Jahren stand ich bei einem seiner Konzerte noch in der zweiten Reihe.“) hat sie den Titeltrack, eine sehr klare, schwingende Reggae-Nummer aufgenommen.

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